Autobahn Autobahnausbau: Fast acht Kilometer bis Jahresende fertig

Brücke über die A8 bei Dornstadt
Brücke über die A8 bei Dornstadt © Foto: Matthias Kessler
THOMAS STEIBADLER 05.09.2014
Mehr als 67.000 Fahrzeuge passieren täglich die längste Baustelle in der Region. Vier Jahre wird der Ausbau der A8 voraussichtlich noch dauern, der erste sechsspurige Abschnitt soll in einigen Monaten fertig sein.

Wer auf der Autobahn zwischen Ulm-West und Merklingen unterwegs ist, sieht eine riesige Baustelle. In Wahrheit sind es zwei riesige Baustellen. Zum einen lässt die Deutsche Bahn die Schnellbahntrasse Ulm-Wendlingen bauen, zum anderen leitet das Regierungspräsidium Tübingen im Auftrag des Bundes den sechsspurigen Ausbau der A 8. Verglichen mit der bis zu 3,3 Milliarden Euro teuren ICE-Trasse über die Alb ist die Verbreiterung der Autobahn zwar eine kleine Nummer, die Zahlen des Projekts können sich aber auch sehen lassen. Länge der Ausbaustrecke: 22,6 Kilometer. Bauzeit: knapp sieben Jahre. Kosten: 203 Millionen Euro. Erdaushub: 3,5 Millionen Tonnen.

Noch eine Zahl macht Eindruck: 67 000 Fahrzeuge passieren Tag für Tag den Baustellenbereich. Die Angabe basiert auf einer Zählung im Jahr 2010, inzwischen dürften dort noch mehr Autos und Lastwagen unterwegs sein. Angesichts des dichten Verkehrs "läuft es eigentlich recht gut", meint Christoph Mayer, stellvertretender Projektleiter des Autobahnausbaus. Unfälle seien selten. Ausschlaggebend dafür ist nach Ansicht des Baurats, dass in beide Richtungen zwei recht breite Fahrspuren zur Verfügung stehen.

Im Frühjahr 2012 ist mit den Arbeiten begonnen worden, wenn weiterhin alles nach Plan verlaufe, werde der erste Abschnitt Ende dieses Jahres fertig sein, sagte Mayer während des gestrigen Baustellenbesuchs des Landtagsabgeordneten Martin Rivoir (SPD). Dann stehen auf den 7,8 Kilometern von Ulm-West bis auf Höhe von Temmenhausen fünf Fahrspuren zur Verfügung - drei in Richtung Stuttgart, zwei in Richtung München. Wegen der Arbeiten an der Bahntrasse südlich der Autobahn könne die dritte Spur nach München erst später freigegeben werden, erläuterte Mayer.

Nicht nur die breitere Fahrbahn soll im genannten Abschnitt fertiggestellt werden, auch die neuen Brücken und Unterführungen. Zum Beispiel die seit Monaten gesperrte Verbindung zwischen Tomerdingen und Böttingen (Kreisstraße 7404). Ebenfalls nicht passierbar ist die Feldweg-Verbindung zwischen Dornstadt und Bollingen, die nicht nur von Landwirten, sondern auch von vielen Radfahrern benutzt wurde. Anstelle der bisherigen Unterführung entsteht eine Brücke, die sowohl die A 8 als auch die Bahntrasse überspannt. Neu gebaut wird auch die Brücke des Blumenhauwegs zwischen Tomerdingen und Bermaringen. Diese Verbindung dient ebenfalls vor allem der Landwirtschaft und Radfahrern.

Die nächste Etappe des A-8-Ausbaus hat bereits begonnen: der 6,7 Kilometer lange Abschnitt von Temmenhausen bis nach der Raststätte Aichen. Auch dort werden neue Brücken gebaut, zum Beispiel an der Landesstraße 1234 zwischen Scharenstetten und Merklingen. Mayer zufolge wird die Straße wohl von Mitte September an gesperrt, denn es müssen auch neue Brückenzufahrten errichtet werden. Die Sperrung dauert voraussichtlich bis November. Sobald der Verkehr über die neue Brücke rollt, wird die alte Brücke abgerissen: Nachts am Wochenende, damit die Umleitungsstrecke nicht zu sehr belastet wird.

Zu diesem Abschnitt, der in zwei Jahren fertiggestellt sein soll, gehören der Ausbau des Autobahnparkplatzes Kemmental (Richtung Stuttgart) und der Bau eines neuen Parkplatzes auf Höhe von Scharenstetten (Richtung München). Dieser ersetzt den Parkplatz Imberg, der einem Bahntunnel weichen muss. Ferner sind an der Raststätte Aichen zusätzliche Lkw-Stellplätze geplant.

Die beiden letzten Ausbau-Abschnitte sollen in den Jahren 2016 bis 2018 realisiert werden: in Richtung Stuttgart knapp 6,2 Kilometer bis Widderstall sowie von Ulm-West etwa 1,9 Kilometer in Richtung München. Dort ist auch der so genannte Doppelanschluss für die Gewerbegebiete Ulm-Nord und Dornstadt-Himmelweiler geplant, der nicht Teil des Autobahnausbaus ist.

Doppelanschluss

Parallelprojekt Wenn die A 8 von Ulm-West in Richtung Osten ausgebaut wird, soll gleichzeitig (von 2016 bis 2018) der Doppelanschluss entstehen. Die Chancen stehen laut Martin Rivoir (SPD), Landtagsabgeordneter und Stadtrat aus Ulm, nicht schlecht. Das Bundesverkehrsministerium habe die Genehmigungsunterlagen abgesegnet. Genehmigungsbehörde ist das Regierungspräsidium Tübingen. Kosten: voraussichtlich 12,7 Millionen Euro.