Es war ein hochspannender Wettbewerbstag, der dritte bei der Deutschen Meisterschaft der Segelflieger in der 15-Meter-Klasse. Nach zwei Tagen, an denen wegen schlechten Wetters Fliegen nicht möglich war, hatten die Organisatoren am Sonntag in Erbach eine relativ große Aufgabe gestellt, eine Strecke von 417 Kilometern Länge. Das war optimistisch angesichts der Schleierwolken, die dafür sorgten, dass sich keine hervorragende Thermik entwickeln konnte. Nur 12 von 22 Startern sollten das Ziel erreichen.

Schon bei Gerstetten habe es Riesenprobleme gegeben, berichtete Uli Schwenk nach der Landung, schwache Steigwerte sorgten für langsames Vorwärtskommen. Er habe sich da schon gefragt, wie man die knapp 420 Kilometer überhaupt schaffen könne. Richtung Westen erschwerte starker Wind den Flug und bei Stetten am kalten Markt musste er tief kreisend mit ansehen, wie sich die Konkurrenz auf und davon machte: "Das war frustrierend". Erst südlich von Spaichingen kam er auf 1800 Meter Höhe, konnte in den Schwarzwald gleiten. Lange brauchte er, um die Wende in Freudenstadt hinter sich zu lassen: "Ich habe keine Wolke gefunden, die gezogen hat". Nicht nur einmal überlegte Uli Schwenk in dieser Phase des Fluges, ob und wo er außenlanden könnte. In Schwenningen war er kurz davor, auf dem Flugplatz zu landen, konnte sich aber noch einmal aus der Misere befreien. Er sah, dass andere, die ihn überholt hatten, einen Südostkurs wählten, flog anders als diese in Richtung Albkante, an Albstadt vorbei, fand bei Aichelau einen "Bart", der ihm die Endanflughöhe bescherte - und war am Ende vor den anderen. Einzig Kai Lindenberg und Thilo Holighaus waren schneller als Uli Schwenk, der um Punkt 19 Uhr erschöpft in Erbach landete. Als Tagesdritter mit einem Schnitt von 79,4 km/h, was ihm 942 Punkte bescherte. Lindenberg erreichte einen 86,4 km/h-Schnitt und erhielt 1000 Punkte. In der Gesamtwertung kletterte Schwenk mit 2349 Punkten auf den fünften Platz.