Streit Höhlenverein Sontheim schließt Mitglied aus

Der Eingang zur Sontheimer Höhle wurde in vier Monaten saniert. Vorsitzender Hans Kastner und sein Vorgänger Manfred Hirning begutachteten damals den Fortschritt.
Der Eingang zur Sontheimer Höhle wurde in vier Monaten saniert. Vorsitzender Hans Kastner und sein Vorgänger Manfred Hirning begutachteten damals den Fortschritt. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
swp 13.03.2017

Die Mitglieder des Höhlenvereins Sontheim haben in ihrer Hauptversammlung im Höhlenrasthaus mit ihrem Vorsitzenden Hans Kastner zügig Punkt für Punkt abgearbeitet. Doch der Tagesordnungspunkt sieben hatte es in sich: Das langjährige Vereinsmitglied Werner Thierfelder sollte in einem zweiten Anlauf ausgeschlossen werden. Der Grund: Er habe mit seiner Anzeige des Vereins beim Bergamt erreicht, dass die Höhle vier Monate geschlossen war und der Höhleneingang teuer durch eine Fachfirma saniert werden musste (wir berichteten). Damit habe er den Verein massiv geschädigt, sagte Rudolph Weberruß, Mitglied und zugleich Vertreter des Bürgermeisters.

Seit über einem Jahr schwelt der Streit zwischen Thierfelder und den Vereinsvorderen. In einer außerordentlichen Versammlung im Juli  gab es eine knappe Mehrheit für einen Ausschluss. Als festgestellt wurde, dass dafür ein Verfahren erforderlich ist, votierte eine Mehrheit von vier Stimmen dafür, dies einzuleiten.

Klare Mehrheit

Die Abstimmung am Samstag führte zu einer wesentlich deutlicheren Mehrheit: 24 der 32 Stimmberechtigten wollten Thierfelder nicht mehr im Verein haben. „Herr Thierfelder darf den Höhlenverein verlassen“, verkündete Gerhard König, langjähriges und engagiertes Mitglied des Vereins, das Abstimmungsergebnis.

Diesem war wieder ein hitziger Diskurs vorangegangen. Thierfelder beharrte darauf, seine Handlungen hätten den Verein in keiner Weise geschädigt, im Gegenteil, er habe im Laufe der zehn Jahre seiner Mitgliedschaft viel Material für die Höhlensicherung aus eigener Tasche finanziert, „weil ihr immer gesagt habt, ihr habt kein Geld“. Seit August lief die Kommunikation zwischen Thierfelder und dem Verein hauptsächlich über Anwälte. Auf den Vorschlag, den Hut zu nehmen und zu gehen, habe der Höhlenabteilungsleiter nicht reagiert, berichtete Weberruß. Er warf Thierfelder zudem Handlungen vor, die über die Erlaubnis des Bergamts zum Betreiben der Schauhöhle hinausgegangen seien  und daher nicht zulässig waren. Als Beispiel führte er eine Videokamera an, die Thierfelder über dem Höhleneingang angebracht hatte.

Der lange Streit  hat die Mitglieder gespalten. Das äußerte sich den ganzen Abend über in emotional geführten Diskussionen.  Derweil lobte Weberruß Kastner, der im August mit der Übernahme des Vorsitzes den Verein vor der Auflösung bewahrt hatte, weil sein Vorgänger und dessen Stellvertreter zurückgetreten waren. „Dass er den Vorsitz in dieser schwierigen Situation übernommen hat, ist ihm hoch anzurechnen.“ Die Mitglieder sprachen ihre Anerkennung über ihre Entlastung aus. Nur Thierfelder verweigerte ihm die, drei Mitglieder enthielten sich.

Neuer Leiter

Nach seinem Ausschluss wählte wählte die Versammlung Andreas Scheurer zum neuen Höhlenabteilungsleiter, sein Amt des Kassenprüfers hat nun Herbert Keifer inne. Neuer Beisitzer wurde Manfred Hirning, zwei weitere Beisitzer und der stellvertretende Vorsitzende Roland Scheurer wurden bestätigt.

Trotz dreimonatiger Schließung besuchten diese 564 Gäste die Höhle während der Zweit vom 27. August bis 30. Oktober, berichtete Kassiererin Sabine Bayer. Ihre Kassenbilanz fiel positiv aus, auch weil die Gemeinde Heroldstatt die gesamten Kosten der Sanierung von rund 16.000 Euro übernommen hatte.