Interview Ausbau zum Kompetenzzentrum

Die Firma Ceratizit ist Balzheims größter Arbeitgeber. Das Unternehmen will am Standort weiter wachsen.
Die Firma Ceratizit ist Balzheims größter Arbeitgeber. Das Unternehmen will am Standort weiter wachsen. © Foto: Foto: Manuela Rapp
Balzheim / Manuela Rapp 11.09.2018

Die Ceratizit-Gruppe gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in der Hartmetallbranche. 2012 hat sich Ceratizit an der Firma Günther Wirth Hartmetallwerkzeuge beteiligt. 2015 wurde auch der Werkzeughersteller Klenk übernommen. Beide Unternehmen sind in Balzheim ansässig. Ende 2017 hat Ceratizit die restlichen Anteile der Günther Wirth Hartmetallwerkzeuge gekauft. In einem Gespräch skizziert Peter Uttenthaler, Standortleiter, Pläne und Vorhaben des größten lokalen Arbeitgebers.

Wer steht hinter der Ceratizit-Firmengruppe?

Peter Uttenthaler: Das ist ein familiengeführtes Unternehmen, das 2002 aus der Plansee-Tizit-Gruppe (Reutte/Österreich) und der Cérametal-Gruppe (Mamer/Luxemburg) entstanden ist. Das gemeinsame Joint Venture wurde die Ceratizit-Gruppe. Die Ceratizit-Gruppe hat mehr als 9000 Mitarbeiter weltweit und erzielt deutlich über eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr.

Welchen Platz nimmt Balzheim in der Struktur der Gruppe ein?

Die Ceratizit-Gruppe gliedert sich in verschiedene Geschäftsbereiche: Balzheim mit seinen rund 470 Mitarbeitern gehört zum Geschäftsbereich „Round Tools“ und ist Teil eines Produktionsnetzwerks, das sich ausschließlich mit rundlaufenden Präzisionshartmetall-Werkzeugen befasst. Round Tools sind rotierende Werkzeuge, die für die Verwendung in Werkzeugmaschinen mit entsprechenden Vorrichtungen hergestellt werden. Hier in Balzheim ist auch der Entwicklungsstandort dieses Geschäftsbereiches. Der Umsatz mit Round Tools hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt und soll weiterhin das Wachstum der Ceratizit-Gruppe unterstützen.

Der Facharbeitermangel ist ein Thema. Bei Ihnen in Balzheim auch?

Da quasi Vollbeschäftigung in der Region herrscht, ist es schwierig, Facharbeiter zu finden. Wir erweitern die Suche zunehmend auf weiter entfernt liegende Gegenden. In unserem Geschäft kann man nur bedingt mit angelernten Kräften arbeiten. Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte wie beispielsweise CNC-Schleifer. Um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, haben wir eine eigene Ausbildungsabteilung mit über 40 Auszubildenden.

Warum sollten die jungen Leute denn ihre Ausbildung gerade bei Ceratizit machen?

In einem internationalen Unternehmen zu arbeiten, bietet viele Möglichkeiten, sich beruflich weiter zu entwickeln und andere Kulturen kennen zu lernen.  Im Speziellen wird der Standort Balzheim weiter wachsen und die Mitarbeiteranzahl weiter ansteigen.  Die Ceratizit-Gruppe hat ehrgeizige Wachstumsziele und möchte die schon starke, globale Marktposition noch weiter ausbauen. Der Standort Balzheim wird diese Strategie bestmöglich unterstützen.

Hat die Ceratizit-Gruppe in den vergangenen Jahren schon viel in Balzheim investiert?

Ja, wir haben zum Beispiel in ein Blockheizkraftwerk für die Energieversorgung investiert. Wir sind dadurch unabhängiger und leisten mit einer jährlichen Einsparung von mehr als 350 Tonnen an CO2-Abgasen einen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt. Im Oktober werden wir in einer neuen Fertigungshalle die Produktion starten. Insgesamt haben wir in den letzten Jahren für Erneuerungs- und Expansionsmaßnahmen einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag investiert. Unsere Pläne sehen ein weiteres Wachstum am Standort vor. Bei allen baulichen Aktivitäten wollen wir auch deutlich mehr in Qualifikation und Zufriedenheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren.

Wie wird die Ceratizit in Balzheim 2030 aussehen?

Wir sind bereits auf dem Weg, uns als Kompetenzzentrum für die Forschung und Entwicklung von Vollhartmetall-Werkzeugen innerhalb der Gruppe zu etablieren. Unsere Kernkompetenzen die Luftfahrtindustrie gilt es weiter zu entwickeln. Neben der Produktqualität soll die Ceratizit Balzheim auch führend in der Qualität von Serviceleistungen werden. Hohe Termintreue, kurze Lieferzeiten, kreative Problemlösungsvorschläge und so weiter werden uns vom Wettbewerb unterscheiden.

Noch ein Wort zur Verschmelzung der beiden Firmen Wirth und Klenk.

Diese ist bis auf Kleinigkeiten abgeschlossen. Wir nutzen die durch die Verschmelzung entstandenen Synergien. Es gibt aber durchaus Unterschiede und Kernkompetenzen, denen wir auch künftig Rechnung tragen wollen.  Wirth hat zum Beispiel ein großes, breites Standardprogramm. Das Schwergewicht bei Klenk liegt in Speziallösungen für die Luftfahrt. Durch die hervorragende Qualität und Zusammenarbeit der gesamten Belegschaft sind wir für die Zukunft nun bestens gerüstet.

Peter Uttenthaler ist seit Mai Standortleiter

Management Peter Uttenthaler ist seit 1. Mai 2018 als Standortleiter der Ceratizit Balzheim GmbH & Co.KG verantwortlich für den kaufmännischen Bereich. Der 62-Jährige ist gelernter Werkzeugmacher und machte seinen kaufmännischen Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg. Bei Ceratizit arbeitet Peter Uttenthaler seit 2004 in unterschiedlichen Managementpositionen – zuletzt war er seit September 2017 Standortleiter bei Klenk.

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