Deponie Ausbau bei Ehingen teurer als gedacht

Alb-Donau-Kreis / Thomas Steibadler 17.04.2018

Der Ausbau der Deponie „Roter Hau“ bei Ehingen-Stetten wird für den Landkreis teurer als gedacht. Statt der veranschlagten etwa 850 000 Euro werden nun – einschließlich der Ingenieurkosten – knapp 1,2 Millionen Euro fällig. Wobei die reinen Baukosten 960 000 Euro betragen. Das ist das Ergebnis der Ausschreibung der Arbeiten, nach der im Landratsamt fünf Angebote eingegangen waren. Das teuerste lag sogar bei fast 2,2 Millionen Euro.

„Wir spüren auch hier die gut laufende Baukonjunktur“, sagte Landrat Heiner Scheffold gestern im Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik. Die ursprünglich veranschlagte Summe „war keine Luftnummer“, ergänzte Ulrike Gläser, die Leiterin des Fachdienstes Abfallwirtschaft. Vielmehr sei der Ausbau der Deponie „Litzholz“ bei Ehingen in den Jahren 2016 und 2017 als Maßstab herangezogen worden.

Kapazität wird benötigt

Die Ausschreibung aufzuheben und es später erneut zu versuchen, kommt für das Landratsamt nicht in Frage. Die Preise dürften kaum sinken, außerdem werde die zusätzliche Kapazität zur Ablagerung von gering belasteten Abfällen, zum Beispiel Bauschutt (Deponieklasse 1), dringend benötigt. Vorgesehen ist, eine Fläche von 5400 Quadratmetern umzubauen. Bislang ist dieser Abschnitt nach Deponieklasse 0 deklariert: Dort darf nur un­belastetes Material (Erdaushub, Bauschutt) eingebaut werden. Für Klasse 1 ist zum Beispiel eine Basisabdichtung mit Kunststofffolie erforderlich. Die Arbeiten sollen Ulrike Gläser zufolge im Mai beginnen und im November beendet sein. Dann könnte auch dieser Teil der Deponie in Betrieb genommen werden, falls bis dahin das laufende Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist.

Im Haushalt des Landkreises sind in diesem Jahr 750 000 Euro für den Deponie-Ausbau veranschlagt. Die Mehrkosten werden unter anderem mit 200 000 Euro finanziert, die für den Verwaltungsneubau an der Hauffstraße in Ulm bestimmt sind, aber 2018 nicht benötigt werden.