Kirche Aufwendige Renovierung der Jakobskirche in Albeck

Die Renovierung der Jakobskirche dauert noch einige Wochen.
Die Renovierung der Jakobskirche dauert noch einige Wochen. © Foto: Kurt Fahrner
Albeck / KURT FAHRNER THOMAS STEIBADLER 26.08.2015
Außen Handwerker, innen Schlupfwespen: Die Jakobskirche in Albeck erhält einen neuen Anstrich und soll vom Holzwurm befreit werden.

Der Spanische Erbfolgekrieg hat auch in Albeck Spuren hinterlassen. Im Juli 1704 legten bayerische und französische Truppen Dorf, Burg und Kirche in Schutt und Asche. Die heutige Jakobskirche ist also gewissermaßen ein Erbe des Erbfolgekriegs. Dieses Erbstück wird seit einigen Wochen renoviert, ein Vorhaben, für das sich die Kirchengemeinde einen Kostenrahmen von 200.000 Euro gesteckt hat. Von der Landeskirche gibt es einen Zuschuss, die Stadt Langenau bezahlt die Hälfte des Turm-Anteils.

Sichtbares Zeichen der Außenrenovierung ist das Gerüst. Das in den Jahren 1705/06 auf den Ruinen der Vorgängerkirche errichtete Gebäude wird frisch verputzt und gestrichen. Die Kirchenuhr bekommt zwei neue Ziffernblätter, auch die Turmzier - die Kugeln auf der Spitze - soll aufpoliert werden. Wie Pfarrer Thorsten Eißler erläutert, musste aber auch unter den Dachziegeln Hand angelegt werden. Weil sich der Dachstuhl gesetzt hatte, wurde in Zusammenarbeit mit einem Restaurator eine so genannte Notsicherung vorgenommen. Teile des hölzernen Dachstuhls mussten ersetzt werden, um jegliche Einsturzgefahr zu bannen. Außerdem hatte sich herausgestellt, dass der Chor etwas weiter den Kirchberg hinabgerutscht war als das Kirchenschiff.

Die Sakristei bekommt neue Fenster und einen neuen Innenanstrich. Unter der vor Jahren fälschlicherweise verwendeten Dispersionsfarbe ist Pfarrer Eißler zufolge ein deutlich älterer blauer Anstrich zutage getreten. Nun prüfe die Denkmalbehörde, ob dieser Anstrich teilweise konserviert werden soll, erst dann könne der Raum mit Kalkmörtel verputzt werden. Eißler geht davon aus, dass die Renovierung noch vier bis sechs Wochen dauert.

In der Kirche selbst haben Schlupfwespen die Arbeit aufgenommen. Die von einer Firma aus Bayern mitgebrachten Insekten sind auf die Larven des Gemeinen Nagekäfers, auch Holzwurm genannt, spezialisiert. Der hat sich im Gestühl, in der Deckenverkleidung und in der Orgel breit gemacht und soll nun von den für den Menschen ungefährlichen Schlupfwespen vertilgt werden. Klappt's, haben die Bayern 311 Jahre nach der Zerstörung an Albeck und der Jakobskirche Wiedergutmachung betrieben.