Die Verantwortlichen hätten es lieber intern geregelt: In Laichingen ist eine delikate Sache öffentlich geworden. Schülerinnen des städtischen Gymnasiums sollen Mitte Februar während des Sportunterrichts in der Halle wahrgenommen haben, wie ein Mann und eine Frau in einem Nebenraum Sex gehabt haben sollen. Nicht offen zu erblicken, aber doch in Konturen zu sehen durch eine Milchglasscheibe.

Nicht nur einmal. Sondern angeblich auch in einem zweiten Fall wenige Tage später. Beobachterinnen waren Schülerinnen der zehnten und der achten Klasse. Vergangene Woche wurden Eltern der Schülerinnen darüber in einem Brief informiert – nicht offiziell von der Schulleitung, sondern von zwei Lehrerinnen, die diese Angelegenheiten in der Sporthalle nicht auf sich beruhen lassen wollten.

Laichingen widerspricht Vorwürfen

Einem geäußerten Vorwurf, die Stadt Laichingen habe nach Bekanntwerden der Vorfälle nichts unternommen, widerspricht Bürgermeister Klaus Kaufmann. Er gebe keinerlei Auskünfte zu Personalangelegenheiten, sagt er, betont aber, dass die Stadt ihren „Verpflichtung im vollem Umfang“ nachkomme und solche Vorfälle grundsätzlich nicht auf die leichte Schulter nehme. Es habe keine Vertuschung und keine Untätigkeit gegeben, was auch vom Albert-Schweitzer-Gymnasium inzwischen so gesehen werde. Welche Konsequenzen die Stadtverwaltung gezogen hat, sagt Kaufmann nicht.

Klärendes Gespräch mit der Stadt Laichingen

Cordula Plappert, die Leiterin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, bestätigt, dass es den Brief von Kolleginnen an Eltern gibt, sie will sich aber zur Sache nicht äußern. Nur so viel: „Es gab ein klärendes Gespräch mit der Stadt, das wir als gut empfunden haben.“ Angezeigt worden sind die Vorkommnisse, die möglicherweise als Erregung öffentlichen Ärgernisses gewertet werden könnten, nicht. Bei der Polizei ist nichts bekannt.

Das könnte dich auch interessieren:

Lachingen