Digitalisierung Auf die neue Arbeitswelt vorbereitet sein

Dornstadt / Roland Schütter 07.12.2018

Der SPD-Ortsverein Ulmer Alb/Oberes Lonetal stellte bei einer Veranstaltung zum Thema „Zukunft der Arbeit“ im Dornstadter Gasthaus Kreuz die soziale Verantwortung in den Mittelpunkt. Zwei Stunden lang tauschten die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast (Pforzheim), die Regional-Geschäftsführerin der IG Metall, Petra Wassermann, sowie Götz Maier, Geschäftsführer des Verbands Südwestmetall, ihre Standpunkte zur Digitalisierung der Arbeitswelt aus. Kreisvorsitzender Julius Bernickel fasste zusammen: „Wir müssen alle für das Neue offen sein.“

Für Katja Mast, Fraktionssprecherin für Arbeit und Soziales, ist es wichtig, dass im Zuge der Digitalisierung gute, tarifgebundene und mit dem Privatleben vereinbare neue Arbeitsplätze entstehen. Dazu sei lebenslanges Lernen notwendig. Mit dem im Bundestag in der vergangenen Woche vorgelegten Gesetz zur Weiterbildung aller Arbeitnehmer hätten die Sozialdemokraten eine Menge erreicht.

Gewerkschaftlerin Petra Wassermann präsentierte Studien, wonach sich bis 2030 für etwa zehn Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten die Arbeitsbedingungen verändern: alte Stellen fallen weg, neue werden geschaffen. Hinzu kämen noch die Änderungen in der Kraftfahrzeugindustrie durch  moderne Antriebssysteme. „Wir müssen hier alle auf diesem Weg mitnehmen und niemand alleine im Regen stehen lassen. Da sind Betriebsräte und Arbeitgeber gefordert.“

Fehleinschätzungen drohen

Für die Arbeitgeber sprach Götz Maier. Die Betriebe hätten mit großen Unsicherheiten zu kämpfen, sagte er. Die Frage, welche Technologie sich durchsetzt und welche Investitionen getätigt werden müssen, könne rasch zu Fehlentscheidungen und Existenznot führen. Maier bedauerte, dass die seit zwölf Jahren existierende regionale Weiterbildungsstelle „Agentur Q“ einen schwierigen Geschäftsgang habe.

Skeptisch zeigten sich die drei Redner beim Thema bedingungsloses Grundeinkommen. In der Diskussionsrunde nahmen die Leiharbeiter-Tätigkeiten einen breiten Raum ein. Hier gelte es, genau hinschauen und sich jeden Einzelfall anzusehen, befanden die Sprecher. In konjunkturell guten Zeiten müsse die Zahl der Leiharbeitnehmer deutlich zurückgehen, sagte Gewerkschafterin Wassermann.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel