Integration Auf der Suche nach Wohnungen

Alb-Donau-Kreis / Helga Mäckle 22.06.2018

„Wenn die jungen Menschen 18 Jahre alt werden, beginnt das größere Problem, denn dann fallen sie nicht mehr unter die Jugendhilfemaßnahmen.“ Das sagte Landrat Heiner Scheffold kürzlich in der Sitzung des Sozialausschusses. Dort berichtete die Kreisverwaltung über die 103 jungen Flüchtlinge, die der Kreis derzeit betreut.

78 von ihnen sind inzwischen volljährig, werden aber weiter von der Jugendhilfe unterstützt. Mit der Vollendung des 18. Lebensjahres müssten die – ausschließlich – jungen Männer eigentlich eine eigene Wohnung suchen. Doch eine solche zu finden, sei angesichts des angespannten Wohnungsmarktes fast unmöglich, sagte Sozialdezernent Josef Barabeisch. Daher drohe den jungen Menschen die Obdachlosigkeit. Das sei nicht nur aus menschlicher Sicht ein Riesen-Problem. Auch für die Kreiskommunen könnte das schwierig werden, denn laut Gesetz sind sie für die Unterbringung von Obdachlosen zuständig.

„Wir als Kreis helfen den Kommunen aus einer Selbstverpflichtung heraus“, sagte Barabeisch. Unter anderem, indem die jungen Flüchtlinge über ihren 18. Geburtstag hinaus in Einrichtungen der Jugendhilfe bleiben können oder aber, indem der Kreis sie in einer seiner Gemeinschaftsunterkünfte unterbringt. Dort stehen 929 Plätze zur Verfügung, von denen derzeit 800 belegt sind.

Sabine Blessing, Leiterin des Fachdienstes Familie und Soziale Dienste, berichtete, dass zwei Mitarbeiter mit je 50 Prozent die „Umas“ betreuen, wie die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge umgangssprachlich bezeichnet werden. Von den 103 geht der Großteil, nämlich 79, in eine der 14 Vorbereitungsklassen in Ehingen und Ulm, 18 machen eine Ausbildung. Auch Blessing wies daraufhin, „dass die Wohnungssituation derzeit unser größtes Problem ist“. 

Die meisten ohne Ausbildung und Sprachkenntnisse

Arbeitsmarkt Das Jobcenter Alb-Donau kümmert sich zurzeit um 953 Asylbewerber. 35 Prozent sind jünger als 25 Jahre. Jeweils etwa 30 Prozent sind 25 bis 35 Jahre und älter als 35. Diese Zahlen nannte Jobcenter-Leiterin Irene Stürze im Jugendhilfeausschuss. 90 Prozent der im Jobcenter gemeldeten Asylbewerber hätten keine abgeschlossene Ausbildung. Etwa die Hälfte verfüge über Grundkenntnisse in Deutsch, gut 20 Prozent über erweiterte Kenntnisse. Bislang habe das Jobcenter „deutlich mehr als 100 in den Arbeitsmarkt integriert“.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel