Fahrgäste der Filstalbahn müssen sich auf ein deutlich schlechteres Nahverkehrsangebot einstellen. Nach dem Fahrplanwechsel zum 12. Dezember werden auf der Strecke zwischen Ulm und Stuttgart keine Regionalexpress-Züge mehr fahren. Diese Züge halten bisher stündlich in Amstetten und sind bei Pendlern sehr beliebt. Die Regionalbahnen, die an jedem Bahnhof halten, werden zwar stündlich verkehren, doch werden die zusätzlichen „Verdichterzüge“ in den Morgenstunden gestrichen.

Diese und weitere bevorstehende Fahrplanänderung auf der Filstalbahn waren gestern Thema im Verwaltungsausschuss des Kreistags. Die Kreisräte waren sich mit Landrat Heiner Scheffold einig, dass der neue Fahrplan für den Alb-Donau-Kreis eine Verschlechterung bedeutet – eine Verschlechterung, die nicht hingenommen werden sollte. Entsprechend dem einstimmigen Beschluss werden die Fraktionsvorsitzenden beim Verkehrsministerium in Stuttgart vorstellig werden und „auf die Schwelle treten“, wie es Marianne Prinzing (Grüne) formulierte.

Florian Weixler, Nahverkehrsfachmann des Landratsamts, hatte zuvor die anstehenden Änderungen und die zu erwartenden Folgen aufgezählt. Durch den Wegfall der morgendlichen „Verdichterzüge“ dürfte es in Richtung Ulm zu Engpässen kommen. Nicht auszuschließen sei, dass die Regionalbahnen überfüllt sind und deshalb „Schüler stehen bleiben“. Möglicherweise müsse der Alb-Donau-Kreis Busse einsetzen, um den Schülerverkehr zu bewältigen, „parallel zur Bahnstrecke“, sagte Weixler. Das betreffe zum Beispiel Kinder aus Amstetten, die in Lonsee zur Schule gehen.

Für die Bahnhöfe Beimerstetten, Westerstetten, Urspring und Lonsee ändert sich von Montag bis Freitag rein zahlenmäßig nichts. Dort halten, weil die Regionalbahnen künftig im echten Stundentakt verkehren, genauso viele Züge wie bisher. Die Änderungen für Amstetten sind dagegen dramatisch. Von 32 Zügen pro Tag und Richtung bleiben Weixler zufolge nur 18 übrig – ausschließlich Regionalbahnen. Dadurch verlängert sich die Fahrzeit nach Ulm von 18 auf 23 Minuten und nach Stuttgart von einer Stunde auf 84 Minuten.

Durch den Wegfall der Regionalexpress-Züge (RE) bleibt für Amstetten nur eine so genannte Zugkreuzung übrig: Wenn die Regionalbahnen aus Ulm und aus Stuttgart dort etwa zur vollen Stunde halten. Darauf muss der Alb-Donau-Kreis reagieren und seine Buslinien von Amstetten-Bahnhof in die umliegenden Gemeinden neu strukturieren.

Kein Trost ist es für die Kreisräte, dass der IRE zwischen Stuttgart und Ulm künftig stündlich und damit doppelt so häufig wie bislang fahren wird. Denn IRE-Halts im Alb-Donau-Kreis sind lediglich in den Randzeiten, also am frühen Morgen und späten Abend vorgesehen. Auch Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Verkehrsministerium, habe eingeräumt, dass der ländliche Raum durch den neuen Fahrplan der Filstalbahn schlechter gestellt werde, sagte Landrat Scheffold.

Die einstimmig verabschiedeten Forderungen der Kreisräte lauten deshalb:

  • Die „Verdichterzüge“ am Morgen müssen bleiben.
  • Ersatz für die gestrichenen RE-Halte in Amstetten.
  • Regelmäßige IRE-Halte in Amstetten.

Am Montag, 24. Oktober, soll das Kreistags-Plenum diese als Resolution formulierten Forderungen unterstützen. Aus formalen Gründen kann die Resolution nicht mehr zur Verabschiedung auf die Tagesordnung gesetzt werden.