Natur Auf den Spuren des Wolfes

Wolfswanderung im Merklinger Wald
Wolfswanderung im Merklinger Wald © Foto: Teresa Lorenz
Merklingen / Teresa Lorenz 06.07.2018

Wie erkennt man einen Wolf? Was frisst er? Und wie kann man Nutztiere vor ihm schützen? Zum ersten Mal hatte der Fachdienst Forst, Naturschutz des Landratsamts Alb-Donau eine Wolfswanderung ins „Wald erleben“-Programm aufgenommen. Unter der Leitung von Försterin Anngrit Scheuter und Andrea Klemer, Wolfsbotschafterin des Nabu, machten sich kürzlich etwa 30 Kinder und Erwachsene auf, Antworten zu finden. Die informative Rundwanderung führte durch den Wald zwischen Merklingen und Scharenstetten. Dort war im Herbst 2015 tatsächlich ein junger Wolfsrüde unterwegs gewesen, ehe er auf der Autobahn überfahren wurde. Nach den Worten von Andrea Klemer gehen die Fachleute derzeit von zwei in Baden-Württemberg lebenden Wölfen aus.

Rückkehr der Wölfe erfreulich

Nach Einschätzung des Nabu Landesverbands ist der Wolf gekommen, um zu bleiben. Die langsame Rückkehr der vor mehr als 100 Jahren im Land ausgerotteten Wölfe ist nicht nur für Tierschützer erfreulich. Auch die meisten Jäger und Förster hielten diese Entwicklung für positiv, sagte die Wolfsbotschafterin: „Die Rehpopulationen sind derzeit so groß wie wahrscheinlich noch nie. Der Wolf sorgt dafür, dass die Population gesundet, indem er die schwächlichen und kränklichen Tiere aussortiert.“ Nutztiere auf der Weide, Schafe zum Beispiel, müssen dagegen geschützt werden. Elektrozäune sind eine Möglichkeit. Einen solchen Zaun aufzustellen, ist gar nicht so einfach, wie die Teilnehmer der Wolfswanderung beim Praxis-Test herausfanden. Die Pfähle müssen einen Meter tief in den Boden getrieben werden und über der Erde eine bestimmte Mindesthöhe aufweisen, damit der Zaun als sicher gilt – und der Eigentümer der Herde im Falle eines Wolfsrisses versichert ist.

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