Kirche Auf dem Weg

Joachim Striebel 12.01.2018

Die Gemeinden bewegen sich ganz konstruktiv aufeinander zu“, sagt Dekan Frithjof Schwesig. Nachdem die evangelische Bezirkssynode den Wegfall der Pfarrstelle Machtolsheim/Suppingen beschlossen hat, müssen sich die Kirchengemeinden Machtolsheim und Merklingen sowie Suppingen und Seißen miteinander arrangieren. Denn der Merklinger Pfarrer Cornelius Küttner ist künftig auch für Machtolsheim, der Seißener Pfarrer Jochen Schäffler auch für Suppingen zuständig.

Offiziell greifen die Ende November 2017 von der Bezirkssynode gefassten Beschlüsse zum Pfarrplan 2024 erst dann, wenn die Landessynode den Vorschlägen aus den jeweiligen Kirchenbezirken zugestimmt hat. Das wird im Herbst 2018 der Fall sein. „Wir machen uns aber jetzt schon auf den Weg“, sagt Jochen Schäffler. Weil die Stelle für Machtolsheim und Suppingen seit dem Weggang von Sandra Hauser im vergangenen Frühjahr nicht mehr besetzt war, hatte der Seißener Pfarrer vorübergehend die Vertretung in beiden Gemeinden übernommen.

Zum 1. Februar ändert sich dies – schon im Blick auf die künftige Konstellation: Dekan Schwesig hat den Seißener Pfarrer mit der pfarramtlichen Vertretung für Suppingen und den Merklinger Pfarrer mit der Vertretung für Machtolsheim beauftragt. Von Ostern an hält dann jeder der beiden Seelsorger sonntags zwei Gottesdienste: Schäffler in Seißen und Suppingen, Küttner in Merklingen und Machtolsheim.

Abschied von Gewohnheiten

Die jeweiligen Anfangszeiten stehen noch nicht fest. Die eine oder andere Gemeinde wird sich von Gewohnheiten verabschieden müssen. Je nachdem, ob ein Gottesdienstbesucher früher oder später aufstehen möchte, könne er sich dann für den Kirchenbesuch in der Heimat- oder der Nachbargemeinde entscheiden, sagt Jochen Schäffler. Er denkt an gemeinsame Gottesdienste, etwa zum Backhausfest in Seißen. Ein Erntebittgottesdienst könnte in Suppingen stattfinden. Cornelius Küttner hat mit den Gremien bereits besprochen, dass in Machtolsheim ein gemeinsamer Gottesdienst zum Stoiglesfest gefeiert wird und in Merklinger einer zu einem Bläserfest im Oktober.

Die Kirchengemeinderäte von Machtolsheim und Merklingen haben sich im November schon getroffen, „zum Abtasten“, wie Pfarrer Küttner sagt. Am Dienstag war die erste gemeinsame Planungssitzung. Es geht nicht nur um die neuen Gottesdienstzeiten, sondern auch um die künftige Geschäftsordnung fürs gemeinsame Pfarramt. „Da muss man sich langsam vortasten“, sagt Küttner. Es gebe freilich unterschiedliche Befindlichkeiten, die Planungen seien aber „nicht mit großen Spannungen“ belastet. Die Gemeinden Machtolsheim und Merklingen nehmen das Angebot der Landeskirche in Anspruch, einen Moderator für den Prozess einzusetzen. „Es ist sinnvoll, wenn die Moderation nicht an den Pfarrer gekoppelt ist“, meint Cornelius Küttner.

Die gewählten Kirchengemeinderäte von Suppingen und Seißen treffen sich nächsten Mittwoch zum ersten Mal. Es geht ums Kennenlernen und um die Aufstellung eines gemeinsamen Jahresplans. Jochen Schäffler hat bei den Verantwortlichen das Interesse gespürt, „etwas Gutes daraus werden zu lassen“. Den Konfirmandenunterricht hält Schäffler bereits jetzt gemeinsam für Suppingen und Seißen, das solle auch künftig so sein, „sofern es vertretbar ist“, sagt Schäffler. Auch sein Kollege Küttner unterrichtet die Konfirmanden aus Machtolsheim und Merklingen gemeinsam.

Pfarrhaus weiterhin nötig

Durch die Streichung der Pfarrstelle Machtolsheim/Suppingen wir nun das dem Staat gehörende Pfarrhaus in Suppingen nicht mehr als Wohnung für einen Geistlichen benötigt. Gebraucht werde es aber weiterhin, sagt Dekan Schwesig. Denn das Pfarrhaus ist auch Gemeindehaus. In die Wohnung könnte möglicherweise ein dem Dekan zugeordneter „Pfarrer zur Dienstaushilfe“ einziehen, derzeit sei aber keiner in Sicht, sagt Schwesig. Eine andere Möglichkeit wäre, die Wohnung zu vermieten. Dann wäre die Kirchengemeinde Suppingen nicht mehr alleine für die Pflege des Gartens, die Kehrwoche und den Winterdienst rund ums Pfarrhaus zuständig.