Illerrieden Assistenz verlängert

Illerrieden / JAN 05.11.2013

Für den schwer behinderten Simon Schlichting aus Illerrieden zeichnet sich eine Übergangslösung für die Betreuung ab: "Das Team hat sich mächtig ins Zeug gelegt und einen Aufschub bis Mittwoch hinbekommen", sagt der junge Mann. Wie berichtet, ermöglicht dem 29-jährigen das Konzept der Integrierten Schwerstbehindertenassistenz ein unabhängigeres Leben. Ein Team von Betreuern wechselt sich im Schichtdienst ab: Hauswirtschaft, Pflege, Hilfe bei Kommuniktionsmitteln. Schlichting leidet unter einer Form von Spastik und hat seine Gliedmaßen nicht unter Kontrolle. Ohne Assistenz kann er seinen Alltag nicht meistern.

Aufgrund von Personalmangel kann der Arbeiter Samariter Bund (ASB) die Betreuung nicht lückenlos aufrechterhalten. Nach dem Stand von vergangener Woche endete der Dienstplan am Sonntag. Eine mögliche Lösung: zurück zu den Eltern. Doch fürchtet der junge Mann den Verlust seiner Unabhängigkeit, die er sich hatte erkämpfen müssen. Unterstützung bekam er vergangene Woche von seiner ehemaligen Betreuerin Kim Morschhauser aus Senden. Diese startete eine Kampagne, um wie auch der ASB nach Personal zu suchen. Es meldeten sich drei Bewerber über eine Assistenz-Börse in München, die 24-Schichten übernehmen wollen.

"Die Namen und Daten habe ich zum ASB weitergeleitet, Vorstellungsgespräche laufen." Auch habe sich eine Physiotherapeutin beworben. "Es geht voran", sagt Schlichting, der trotz seiner Behinderung eine kaufmännische Ausbildung absolviert hat. Vorstellen kann er sich außerdem, acht statt vier Stunden zu arbeiten. "Ich arbeite beim ASB, damit wäre die Betreuung tagsüber gesichert. Und in der Nacht? Hier könnte der junge Mann sich vorstellen, einen Vorschlag des ASB anzunehmen und einen Platz in einer Hausgemeinschaft, einer Pflegeeinrichtung anzunehmen - "vorübergehend", wie er betont.