Asselfingen Asselfingen eröffnet Museum für Feuerwehrhelme und Bauerntrachten

Der frühere Asselfinger Feuerwehrkommandant Rudolf Brendle mit seiner Frau Margarethe: Mehr als 300 Feuerwehrhelme aus allen Erdteilen hat er zusammengetragen und dem Museum nun als Dauerleihgabe gestiftet. Foto: Sophie Krauss
Der frühere Asselfinger Feuerwehrkommandant Rudolf Brendle mit seiner Frau Margarethe: Mehr als 300 Feuerwehrhelme aus allen Erdteilen hat er zusammengetragen und dem Museum nun als Dauerleihgabe gestiftet. Foto: Sophie Krauss
Asselfingen / KURT FAHRNER 23.09.2013
Mehr als 300 Feuerwehrhelme hat der Asselfinger Rudolf Brendle gesammelt. In neuen Museumsräumen in der Schule haben sie nun ein Zuhause gefunden, ebenso wie prächtige Bauerntrachten.

Prunkvolle Helme aus der Zeit von Kaiser Wilhelm II., zweckmäßige, moderne Kunststoffhelme, exotische Helme wie jener aus Neuseeland - über 50 Jahre lang hat Rudolf Brendle Feuerwehrhelme aus aller Welt zusammengetragen. Bislang bewahrte er seine Schätze in seinem Wohnhaus auf, nun kann sie jedermann in den neuen Museumsräumen im Schulhaus bestaunen.

Brendle hat sie als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Dort sind außerdem prächtige Bauerntrachten zu sehen, die bisher der Öffentlichkeit weitgehend verborgen im Vereins-"Dachstüble" aufbewahrt waren. Die schönen "Häs" und etliche historische Utensilien hat der Landfrauenverein auf Initiative von Martina Junginger hin gesammelt.

Am Samstag eröffnete Bürgermeister Armin Bollinger feierlich mit Gästen die neuen Museumsräume im Dachgeschoss des Schulhauses. Dazu spielte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Märsche, die Gruppe "Flotte Amsle" der Landfrauen zeigte Volkstänze, anschließend wurden die Besucher durch die Räume geführt. Sie waren von der Ausstellung begeistert, das galt auch für die Gäste am Sonntag.

Mit 75-prozentiger Förderung durch das EU-Leader-Programm für ländliche Regionen und viel ehrenamtlicher Mitarbeit konnte die Gemeinde das Dachgeschoss umbauen. Kosten: 62.000 Euro. Als "sagenhafte Lösung" bezeichnete der ehemalige Asselfinger Feuerwehrkommandant Rudolf Brendle beim Rundgang das Helm-Museum. "Ich bin sehr zufrieden", betonte er. Denn es sei gelungen, seine Sammlung im Ganzen in Asselfingen zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen. "Ich bin froh, dass es so geworden ist", stimmte seine Frau Margaretha zu. Brendle stellte den Besuchern die Helme aus ganz unterschiedlichen Zeiten vor - von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Sie stammen aus allen Erdteilen, jeder habe eine besondere Geschichte, sagte Brendle. Vier Helme seiner Sammlung fehlen allerdings in der Ausstellung. Jedes seiner Kinder habe sich einen Feuerwehrhelm auswählen dürfen.

Im Trachtenraum erläuterte Martina Junginger, wie das dörfliche Häs in der Vergangenheit aussah. Mehr als 40 Trachten sind ausgestellt, vom schwarz glänzenden Braut-Häs bis zum Klagnes-Häs für den Trauerfall, vom Stallhäs bis zum Sonntagshäs, dazu 30 Blusen, Kirchhauben und über 100 Schürzen. Ein besonderes Stück ist darunter, eine Hochzeitshaube aus dem Jahr 1894. "Männer-Häs könnten wir noch gebrauchen", sagte sie. Diese seien rar, weil sie oft abgetragen und weggeschmissen wurden. Sie wies auf die unterschiedlichen Trachten hin, die den gesellschaftlichen Stand der Asselfinger Bäuerinnen verdeutlichten - dokumentiert durch den "Samet", den Samtbesatz oberhalb des Rocksaums.

Info
Das Feuerwehrhelm- und Trachtenmuseum im Asselfinger Schulhaus ist jeden ersten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr geöffnet, oder nach Vereinbarung unter Tel. (07345) 53 06.

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