Als Junge wollte Ulrich Schiek Busfahrer werden, „das war mein Traumberuf“. Stattdessen hat der heute 43-Jährige Maurer gelernt und betreibt inzwischen ein eigenes kleines Bauunternehmen in Arnegg. Die Begeisterung für Busse ist geblieben. Genauer gesagt, die Begeisterung für Oldtimer-Busse der Marke Setra. Diese Begeisterung teilt er mit einigen hundert Mitgliedern des Setra-Veteranenclubs, von denen viele am Donnerstag zum Jahrestreffen nach Blaustein-Arnegg kommen werden.

Mehr als 100 Fahrer haben sich und ihre Busse angemeldet, erfahrungsgemäß kommen immer auch einige, ohne vorher Bescheid zu sagen. Auf dem Gelände des SV Arnegg wird es also „kuschelig“, meint Schiek. Die meisten Besucher des Jahrestreffens werden ihre Fahrzeuge auf dem Hartplatz abstellen, der Rest auf dem Parkplatz bei der Mehrzweckhalle. Die Übernachtung ist kein Problem, denn viele Vereinsmitglieder verwenden ihren Setra als Wohnmobil.

Auch Ulrich Schiek nutzt seinen 50 Jahre alten Setra S 80 als Reisemobil. Allerdings habe der Vorbesitzer – Schiek hat das Fahrzeug vor drei Jahren in der Schweiz gekauft – etwas zu viel des Guten gebastelt. Aus diesem Grund orientiert sich Schiek am früheren Originalzustand: „Ich versuche, die Bus-Charakteristik zurückzubringen.“ Am liebsten aber ist der Bauunternehmer unterwegs mit Bus und Familie. Die Jahrestreffen 2016 in Bad Windsheim und 2017 in Borken (Hessen) hat er besucht, dazu immer wieder Oldtimertreffen wie vor ein paar Wochen beim Brauereifest in Autenried (Kreis Günzburg): „Das ist wie Urlaub.“

Im Gegensatz dazu sei die Vorbereitung des Jahrestreffens ein hartes Stück Arbeit gewesen. An Christi Himmelfahrt werden die Busse in Arnegg erwartet. Für Freitag hat Schiek eine Werksbesichtigung bei Evo Bus in Neu-Ulm organisiert, bei der die Eigentümer der Setra-Oldtimer Einblicke in die moderne Busproduktion erhalten. Abends wird in der Arnegger Mehrzweckhalle gefeiert, der Sound dazu kommt von der Rockband „Heaven’s Gate“. Am Samstag steht nach der Mitgliederversammlung des Setra-Veteranenclubs ein Ausflug nach Schelklingen und Blaubeuren auf dem Programm.

Auch Besucher willkommen

Besucher sind bei dem Treffen durchaus willkommen, sagt Ulrich Schiek. Und die Teilnehmer gewährten auch Blicke hinter die Bus-Kulisse. „Wir wollen weitere Leute für unser Hobby begeistern“, erklärt Schiek den Sinn dieser zwanglosen Öffentlichkeitsarbeit. Im Grund aber müsse man selbst einen Setra über die Landstraße steuern, um die Faszination des Oldtimerbusfahrens zu erleben: „Das ist ein befreiendes Gefühl.“

Vor 18 Jahren Setra-Konvoi durch Ulm


Tradition Den Setra-Veteranenclub mit Sitz in Bad Windsheim gibt es seit 1979. Die etwa 450 Mitglieder kommen vor allem aus Deutschland, aber auch Österreicher, Schweizer und Franzosen sind dabei. In Ulm, der Geburtsstadt der ersten Kässbohrer-Fahrzeuge und Setra Busse fand im Jahr 2000 ein Jahrestreffen des Vereins statt. Höhepunkt damals: etwa 50 Setras zuckelten im Konvoi durch die Stadt. Ein solcher Korso ist diesmal in Arnegg nicht geplant.