Quartiersentwicklung Architekten entwerfen neuen Ortsteil

Der Dornstadter Bürgermeister Rainer Braig am Modell des Siegerentwurfs für die Neugestaltung des Heimstiftungs-Geländes.
Der Dornstadter Bürgermeister Rainer Braig am Modell des Siegerentwurfs für die Neugestaltung des Heimstiftungs-Geländes. © Foto: Matthias Kessler
Von Thomas Steibadler 15.12.2017
Die Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs schlagen „Dornstadter Höfe“ vor. Nächster Schritt ist ein Bebauungsplan.

Aus dem Betreuungs- und Pflegezentrum werden die „Dornstadter Höfe“. So jedenfalls ist der Siegerentwurf zur Gestaltung des Geländes der Evangelischen Heimstiftung in Dornstadt überschrieben. Von den elf Arbeiten, die für den städtebaulichen Wettbewerb eingereicht wurden, hat die Jury den gemeinsamen Entwurf der Stuttgarter Büros Studio.Urbane Strategien, UTA Architekten und Stadtplaner und Kienleplan zum Sieger erkoren.

„Das wird ein tolles Quartier, wenn man es richtig umsetzt“, sagt Bürgermeister Rainer Braig, der ebenso wie drei Gemeinderäte der Jury unter Vorsitz des Architekten Franz Pesch angehörte. Die erste Phase der Umsetzung soll „relativ schnell“ im nächsten Jahr beginnen. Die Verwaltung wird dem Gemeinderat vorschlagen, auf Grundlage des Siegerentwurfs einen Bebauungsplan aufzustellen. In dessen Ausformulierung sollen die Planer und die Evangelische Heimstiftung einbezogen werden.

Mit der Heimstiftung wird die Gemeinde auch über den Kauf des Geländes östlich der Bundesstraße 10 verhandeln. Das neue Pflegeheim der Heimstiftung neben dem Kultur- und Sporttreff in Dornstadt soll Mitte 2019 fertig sein. Sobald der Umzug abgeschlossen ist, könnte mit dem Abriss der ersten Gebäude auf dem weitläufigen Areal begonnen werden, meint Braig. Wobei der Fahrplan ebenfalls mit der Heimstiftung abgestimmt werden müsste.

Für den Wettbewerb hatte die Gemeinde insgesamt 84.000 Euro Preisgeld ausgelobt, bis zu 25 Architekturbüros konnten teilnehmen, neun davon waren gesetzt. Dass lediglich elf Arbeiten eingereicht wurden, sei auf die hohe Auslastung der Planer zurückzuführen, meint Braig. Außer dem mit 32.500 Euro dotierten ersten Preis vergab die Jury am Mittwochabend zwei dritte Preise, jeweils mit 20.000 Euro dotiert, und zwei Anerkennungen (je 5750 Euro). Das Votum für den Siegerentwurf war einstimmig.

Platz für Gewerbe

Der Realisierungsteil des Wettbewerbs bezog sich auf das etwa 16 Hektar große Gelände des Betreuungs- und Pflegezentrums (BPZ). Das dort ansässige Diakonische Institut für soziale Berufe und das Geriatrium der Heimstiftung waren ebenso einzubeziehen wie die denkmalgeschützte Kirche sowie die beiden historischen Friedhöfe auf dem Gelände. Der Siegerentwurf sieht zu „Höfen“ gruppierte Gebäude, ein zentrales Parkhaus, ein Café neben der Kirche und eine Kindertagesstätte vor. Im östlichen Teil des Misch­gebiets ist Platz für Gewerbe. Mit etwa 560 Wohnungen würde ein neuer Ortsteil mit mehr als 1100 Einwohnern entstehen. Im Ideenteil des Wettbewerbs sollten sich die Planer Gedanken zur Anbindung des neuen Quartiers an Dornstadt westlich der B 10 machen. Die Sieger-Architekten schlagen eine leicht geschwungene Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bundesstraße vor, auf dem Gelände des Gasthofs Krone platzieren sie einen Sport- und Landschaftspark. Bürgermeister Braig ist gespannt, was Eigentümer und Gemeinderat zu dieser Idee sagen.

Zunächst aber soll die Neugestaltung des BPZ-Areals in Angriff genommen werden. Das wird schwierig genug, meint Braig: „Da mache ich mir nichts vor, das ist eine Mammutaufgabe.“

Pläne und Modelle in der Bühl-Turnhalle

Präsentation Sämtliche Arbeiten, die zum Wettbewerb über die Neugestaltung des Geländes der Evangelischen Heimstiftung eingereicht wurden, sind in der Bühl-Turnhalle in Dornstadt ausgestellt. Die Halle ist dazu heute, Freitag, von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet. Karl Haag vom Planungsbüro Wick und Partner, das den Wettbewerb für die Gemeinde organisiert hatte, wird heute den Gemeinderäten die Besonderheiten der Entwürfe und die Entscheidung der Jury erläutern. Bürger können sich dem Rundgang, der um 16 Uhr beginnt, anschließen. Auch morgen und am Sonntag können die Pläne und Modell angeschaut werden. Die Halle ist jeweils von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet.