Basteln Archaisches Material für die Lampe

Langenau / Von Roland Schütter 07.12.2018

Eine Design-Lampe aus einem Straußenei herstellen kostet Geduld und Zeit. Diese Erfahrung haben nun fünf Frauen gemacht, die an einem zweitägigen Kurs im Helferhaus teilnahmen. „Die Eier mit ihrem Gewicht bis zu 1900 Gramm haben schon etwas Archaisches“, sagte Dozent Paul Ganzenmiller. Denn die porzellanartige dicke Schale von mehreren Millimetern fasziniert den Betrachter durch seine Größe von 15 mal 12 Zentimetern und durch den Glanz seiner Schale. 20 bis 25 Hühnereier müsste man nehmen, um so viel Dotter und  Eiweiß zu erhalten wie aus einem Ei des Riesenvogels.

Farm mit 80 Tieren

Schon die Vorbereitung hat es in sich, da das Ei an der spitzeren der beiden Enden mit einem Bohrer geöffnet werden muss, weil die Schale so robust ist. Paul Ganzenmiller hat jedoch schon einen großen Korb mit zehn geöffneten Eiern mitgebracht. Sie sind bereits entfettet und desinfiziert. Gut 15 Euro kostet solch ein Naturprodukt.

Für Teilnehmerin Andrea Sauvigny war klar, dass sie sich selbst an die Arbeit macht, nachdem das von einer Freundin aus Afrika mitgebrachte Straußenei einen Koffersturz vor ihrer Haustür nicht überstanden hatte. Annegret Hofelich wollte ihre Fingerfertigkeiten verbessern. Sie hat eine Farm in Holzkirch mit 80 Tieren und steht stets vor der Frage, wie und was man alles aus den Straußeneiern machen kann. Sie fand eine schmiedeeiserne Lampe aus sechs Eiern schick, als Leuchter. Bei Paul Ganzenmiller, einem in Heidenheim lebenden Künstler, lernten die Teilnehmerinnen, dass man für schöne Leuchten-Ständer nicht mehr als 25 Euro ausgeben muss. „Denken Sie daran, dass die Lampe den Charakter einer Kerze hat und das Licht warm, aber nicht sehr hell ist“, sagte der 57-Jährige. Und stets werde ein passendes Gegenstück benötigt, auf dem das Ei Halt findet und später eine nur kleine Glühbirne, denn große passen wegen des geringen Lochs im Ei nicht hinein. Der an Volkshochschulen und Firmen tätige Dozent betonte, dass das Ei aus Naturkalk besteht. Oft hat es Streifen oder Punkte, die je nach Licht das Besondere ausmachten.

Nun holte der Dozent Werkzeugkoffer an die Tische. Mit einem Schleifer wurden im Raum der Volkshochschule die ersten Muster gefräst. Jede der Frauen fand die für sie passende Drehzahl, die rechte Hand auf einer Küchenpapierrolle abgestützt, um so mehrere Stunden am Stück arbeiten zu können. Über die Übung ging es dann immer besser. Und die Begeisterung darüber wuchs, was an Dekors entstanden war.

Der Phantasie waren nun keine Grenzen gesetzt: Es entstanden filigrane Gebilde, Lochmuster wie bei Lampen mit Disco-Effekt, ein Dekor wie von Omas Spitzendecke oder eine Bemalung mit Acrylfarben. Alles hatte eine spezielle und ansprechende Note.

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