Menschen mit Behinderungen gehören in die Mitte unserer Gesellschaft - das ist der Leitsatz für die Aktionstage unter dem Motto "Mittendrin statt außen vor", die Verbände, Organisationen und Gruppen der sozialen Arbeit bis Mittwoch in Langenau veranstalten. Den Auftakt machte gestern eine Ausstellung mit Bildern, Skulpturen und Plastiken von Künstlern mit und ohne Behinderungen im Pflegeheim Sonnenhof.

Zahlreiche Gäste kamen zur Vernissage, die vor allem für die Sonnenhof-Bewohner ein Ereignis war. "Vielen wäre aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität ein Besuch der Ausstellungseröffnung an einem anderen Veranstaltungsort nicht möglich", sagt Heimdirektorin Frieda Freudenthaler. Dass die Vorbereitungsgruppe um Koordinatorin Senta Fezer sich für den Sonnenhof als Ausstellungsort entschieden habe, freue Bewohner und Personal daher sehr. Bis zum 19. Mai sind die farbenfrohen Werke regionaler Künstler zu Gast im Pflegeheim. Freudenthaler: "Durch die Ausstellung entstehen wunderbare Begegnungen zwischen Bewohnern und Besuchern."

Bei der Vernissage betonten der Langenauer Bürgermeister Wolfgang Mangold und der Dezernent für Jugend und Soziales im Alb-Donau-Kreis, Josef Barabeisch, wie wichtig die gesellschaftliche Teilhabe aller ist. "Uns allen muss die Integration von Menschen mit Behinderungen ein besonderes Anliegen sein", sagte Mangold. Ihr Platz sei "mittendrin", im Zentrum der Gesellschaft. "Wir als Stadt wollen das aktiv unterstützen." Barabeisch verband die Aktionstage mit der Hoffnung, Ängste nehmen und Barrieren abbauen zu können - "auch in den Köpfen der Menschen". Menschen mit Beeinträchtigungen hätten das Recht, überall selbstverständlich und gleichberechtigt dabei zu sein: "Das ist Inklusion".

Mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben, zeigte eine Aktion der Selbsthilfe-Initiative "Auf Augenhöhe". Anlässlich des verkaufsoffenen Sonntags lud sie Passanten dazu ein, einen Hindernisparcours mit Rollstuhl oder Rollator zu durchlaufen. Etliche wagten das Experiment, viele staunten: Auf dem Kopfsteinpflaster der Innenstadt gerieten die Räder von Rollstühlen und Rollatoren ein ums andere Mal ins Stocken, das Überwinden selbst kleiner Stufen und Absätze wurde zum schwierigen Kraft- und Balanceakt.

Entlang der Hindenburgstraße beteiligten sich weitere Organisationen und Verbände mit Ständen. So sammelten die Ortsgruppen des Sozialverbands VdK Aussagen über Barrieren und Stolperstellen in Langenau und der Region und baten um Lösungsvorschläge; die Lebenshilfe Donau-Iller lud zum überdimensionalen Vier-gewinnt-Spiel ein und die Bruderhaus Diakonie verkaufte liebevolle Handwerks- und Bastelarbeiten aus eigener Herstellung.