Entsorgung Anwohner fürchten Lärm und Verkehr wegen Grüngut-Sammelplatz

Der neue Sammelplatz ist schon eingezäunt. Ab 2018 sollen die Nellinger  ihren Rasenschnitt dorthin bringen. Anwohner der Amstetter Straße befürchten „erhebliche Nachteile“.
Der neue Sammelplatz ist schon eingezäunt. Ab 2018 sollen die Nellinger ihren Rasenschnitt dorthin bringen. Anwohner der Amstetter Straße befürchten „erhebliche Nachteile“. © Foto: rh
Nellingen / Ralf Heisele 11.10.2017
Einige Nellinger sind über den Standort des neuen Grüngut-Sammelplatzes und das geplante Gewerbegebiet am „Burren“ an der Amstetter Straße nicht glücklich.

Rege wie schon lange nicht mehr haben die Nellinger die Bürgerfragerunde im Gemeinderat genutzt. Gut eine Stunde brachten sie am Montagabend dem Gremium ihre Nöte und Sorgen zu Gehör. Schwerpunkte waren der künftige Grünsammelplatz am Ortsausgang nach Amstetten (bei der alten Kläranlage) sowie das nordwestlich davon geplante Gewerbegebiet „Amstetter Burren“. Einige Anwohner der Amstetter Straße befürchten „erhebliche Nachteile durch mehr Verkehr und Lärm“ auf der doch recht schmalen Ausfahrtstraße. „Wie stellen Sie sich die Zufahrt vor?“, wollte eine Nellingerin wissen. Die Verkehrssituation sei schon jetzt in dem Bereich sehr eng. Die Straße sei teils nicht befestigt, wodurch vorbeifahrende Autos sogar Steine aufwirbeln, die „bis zu unserer Haustüre fliegen“.

 Bürgermeister Franko Kopp ging kurz auf die Vorgeschichte des Sammelplatzes ein. Man sei vom Landratsamt aufgefordert worden, den bisherigen Platz am Katzensteig bis Ende des Jahres zu schließen, da dieser nicht befestigt ist. Das Sickerwasser des Rasenschnitts darf nämlich nicht mehr ins Erdreich gelangen. Deshalb soll das Grüngut künftig in Containern gesammelt werden. Der neue Standort sei nicht ideal, räumte der Schultes ein – „aber wir haben keinen anderen“.  Kopp will das Thema in der Klausurtagung des Gemeinderats im November aufs Tablett bringen. Dort soll dann diskutiert werden, wie man den „Begegnungsverkehr“ verbessern könne, eventuell durch eine Verbreiterung der Straße im Bereich des Sammelplatzes.  Auch über Öffnungszeiten und personelle Beaufsichtigung müsse gesprochen werden. Dem Bürgermeister schwebt vor, den neuen Platz im Sommer an drei Tagen und ansonsten an zwei Tagen in der Woche zu öffnen. Auch soll der gesammelte Rasenschnitt möglichst schnell abgefahren werden, damit es zu keiner Geruchsbelästigung kommt. Auf Nachfrage aus der Zuhörerschaft erklärte der Bürgermeister, dass der jetzige Standort des Sammelplatzes keine Dauerlösung sein muss. Spätestens in vier Jahren muss wieder darüber beraten werden. Im Jahr 2021 läuft nämlich der Vertrag mit dem Landrats­amt aus: Bis dahin übernimmt die Gemeinde die Aufgabe des Kreises, das Grüngut einzusammeln. Sollte der Landkreis danach die Regie übernehmen, prophezeite Kopp den Bürgern „längere Wege“. Der Kreis würde längst nicht in jeder Gemeinde eigene Sammelstellen betreiben. „Dann könnte es durchaus sein, dass wir nach Lonsee oder Scharenstetten mit unserem Rasenschnitt fahren müssen.“

Auch zum geplanten Gewerbegebiet nahm der Schultes Stellung. Die Anwohner konnten nicht nachvollziehen, warum jetzt auch links der Amstetter Straße Flächen hierfür ausgewiesen werden sollen. Kopp wies darauf hin, dass das rechts der Straße liegende Gewerbegebiet „Oppinger Grund“ vollständig belegt ist. Da Nellingen somit kaum noch über Reserven verfüge, soll auf dem der Gemeinde gehörenden „Amstetter Burren“ ein kleines, ein Hektar großes Gewerbegebiet errichtet werden.  Kopp: „Da siedelt keine Firma mit 400 Arbeitsplätzen und hohem Verkehrsaufkommen an.“ Es sei vielmehr für einige kleine Firmen gedacht.

Im Anschluss an die Fragerunde hat der Gemeinderat den Vorentwurf des Bebauungsplans für den ersten Abschnitt des „Amstetter Burrens“ gebilligt. Das Verfahren wird nun mit der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden fortgesetzt.  Doch damit war das Thema noch nicht zu Ende: Das Ratsgremium beschloss ferner, das abschüssige Gelände des künftigen Gewerbegebiets aufzufüllen. Vorgesehen ist, auf einer Fläche von 8000 Quadratmetern rund 10 500 Kubikmeter Erdmaterial auszubringen, um die Höhenunterschiede von bis zu drei Metern auszugleichen.  Die „unbelasteten Erdmassen“ sollen von der Baustelle des Merklinger Bahnhofs kommen. Hier hofft die Gemeinde auf ein günstiges Angebot. Unterm Strich rechnet Ingenieur Roland Schmuck vom Büro Wassermüller mit 1000 Lastwagenfuhren, die benötigt werden, um die Erde von Merklingen nach Nellingen zu bringen – natürlich auch über die Amstetter Straße.