Blaustein Angewiesen auf Blüten

Eröffnung der BUND-Schmetterlingsausstellung in Blaustein: Fotograf Josef Sauter, Schmetterlingsexperte Klaus Heinze, BUND-Vorsitzende Gerlinde Gröschel-Jungwirth und Bürgermeister Thomas Kayser. Foto: Matthias Kessler
Eröffnung der BUND-Schmetterlingsausstellung in Blaustein: Fotograf Josef Sauter, Schmetterlingsexperte Klaus Heinze, BUND-Vorsitzende Gerlinde Gröschel-Jungwirth und Bürgermeister Thomas Kayser. Foto: Matthias Kessler
Blaustein / JOACHIM STRIEBEL 11.05.2013
Von 143 Tagfalter-Arten in Baden-Württemberg kommen 112 in der Region Ulm vor. Eine Ausstellung, die gestern in Blaustein eröffnet wurde, zeigt die Schönheit der Falter und gibt Tipps zu deren Schutz.

"Schmetterlinge sind der Inbegriff für Sommer, Ruhe und Erholung", sagte gestern die Blausteiner BUND-Vorsitzende Gerlinde Gröschel-Jungwirth bei der Eröffnung der Ausstellung "Lebensräume für Schmetterlinge fördern und bewahren" im Blausteiner Rathaus. Und Bürgermeister Thomas Kayser bezeichnete Schmetterlinge als "Liebeserklärung Gottes an uns Menschen". Er hieß die rund 50 Gäste der Ausstellungseröffnung willkommen im "Blausteiner Schmetterlingshaus". Im Rathaus sind nicht nur die Schautafeln der BUND-Wanderausstellung zu sehen, sondern auch 40 beeindruckende Aufnahmen von Josef Sauter und zahlreiche Kunstwerke, die Blausteiner Schüler und Kindergartenkinder gebastelt hatten: Modelle von Faltern aus Holz, Draht, Ästen, Seidenpapier, Gips, Ton und Filz.

Schmetterlinge seien Indikatoren für eine intakte Natur, sagte Gröschel-Jungwirth. Ziel der Ausstellung sei, auf Zusammenhänge aufmerksam zu machen. Etwa darauf, dass eine Grünfläche, die fünfmal pro Jahr gemäht wird, keine Nektarpflanzen bietet. Klaus Heinze, Schmetterlingsexperte aus Illertissen, sagte, dass manche Schmetterlinge nur eine Lebenszeit von zwei bis fünf Wochen haben und in dieser kurzen Zeit auf ein entsprechendes Nahrungsangebot angewiesen sind. Im Blautal, wo der seltene Apollofalter lebt, sei Wald zurückgedrängt worden, um Platz für Blumen zu schaffen.

Die meisten Schmetterlinge der Region lebten in Schutzgebieten, sagte Heinze. Dort sei die richtige Art der Pflege wichtig. Auf einer Wacholderheide dürften Schafe nicht zu lange im Pferch gehalten werden. Streuwiesen sollten nicht vollständig, sondern von Jahr zu Jahr wechselnd in 15 Meter breiten Streifen abgemäht werden. Dann könnten verschiedene Falter in unterschiedlichen Entwicklungsstadien überleben. Gartenbesitzern riet Heinze, Wildsträucher zu pflanzen. Überraschend war sein Tipp "vielleicht einen Meisenkasten weniger" aufzuhängen. Denn eine Meise vertilge täglich etwa fünf Raupen.

Etwas zu tun für Schmetterlinge bedeute für den BUND auch, seine Sicht der Dinge bei Bauvorhaben darzulegen, sagte Gerlinde Gröschel-Jungwirth. Thomas Kayser sagte, dass im Gemeinderat oft über ökologische Ausgleichsmaßnahmen diskutiert werde. Nicht immer gelinge die Ideallösung. Der Bürgermeister erwähnte, dass die Gemeinde seit Jahren Blumenwiesen in öffentlichen Grünflächen anlegt.

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