Naherholung Alte Fischzucht wird Wasserspielplatz

Die Becken der vor etwa 30 Jahren eingestellten Fischzucht sind zugewuchert. Nun sollen die alte Anlage abgebrochen und ein Teil des Areals neu gestaltet werden.
Die Becken der vor etwa 30 Jahren eingestellten Fischzucht sind zugewuchert. Nun sollen die alte Anlage abgebrochen und ein Teil des Areals neu gestaltet werden. © Foto: Franz Glogger
Erbach / Von Franz Glogger 12.04.2018

In der früheren Fischzucht zwischen Erbach und dem Teilort Bach plätschert Wasser über Moose und Algen. Ein aufgeschreckter Frosch hüpft davon. Die drei terrassenförmig angeordneten Betonbecken sind ebenfalls vollständig mit grün schimmernden Wasserpflanzen zugewachsen. Der Zaun um das Areal ist zum großen Teil zerfallen. Die Fischzucht sei schon vor etwa 30 Jahren aufgegeben worden, erzählt ein Kleingärtner aus der Nachbarschaft. Nun will die Stadt Erbach den Kernbereich des insgesamt 7650 Quadratmeter großen Grundstücks umgestalten: als Baustein des Naherholungsgebiets Brühlwiesen. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hat sich das Vorhaben jetzt an Ort und Stelle erläutern lassen.

Nach dem vollständigen Abbruch der Anlage möchte Planerin Maria Kurasch den Wasserlauf mäandernd gestalten, unter dem Radweg nach Bach durchleiten, so dass er nach etwa 60 Metern in den Erlenbach mündet. Am oberen Rand des Grundstücks sind Sitzgelegenheiten geplant mit Blick übers Tal sowie auf Schloss und Martinuskirche in Erbach. Zentral ist ein Wasserspielplatz mit Pumpen, Röhren, Wassertisch und Stauschieber vorgesehen. Kurasch plädiert für eine punktuelle Bepflanzung mit Bäumen und Gräsern. Um die etwa 1300 Quadratmeter zu gestalten, rechnet die Planerin mit Kosten von 250 000 Euro.

Die Stadträte im Ausschuss zeigten sich von den Plänen angetan. „Eine richtig schöne Idee“, sagte beispielsweise Thomas Hartmann (CDU). Dennoch hatte er wie einige andere Stadträte Bedenken. „Wollen wir uns angesichts von Großvorhaben wie der neuen Sporthalle eine solche Kür leisten“, fragte Hartmann. Weiter vermisse er ein Gesamtkonzept für ein „Grünband“ entlang des Erlenbachs. Ein solches könnte von Bach über die Brühlwiesen bis zur Seenplatte in Richtung Donaustetten reichen. Richtig angepackt, könnte mit Hilfe von Zuschüssen gar eine Gartenschau nach Erbach geholt werden. „Wir könnten Impulsgeber in der Region sein“, sagte Hartmann. Mehrere Ratskollegen wie August Weber (Freie Wähler) und Volker Rasche (Grüne) unterstützten die Idee grundsätzlich.

Bürgermeister Achim Gaus bemühte sich, den Blick wieder auf das anstehende Vorhaben zu lenken. Die Fischzucht sei aus Gründen der Sicherheit und der Optik ohnehin abzubrechen. In diesem Zusammenhang sei es sinnvoll, gleich einen weiteren Baustein für das Naherholungsgebiet zu setzen. Zumal dieser auch Teil des ökologischen Ausgleichs für das geplante Baugebiet „Schellenberg“ sei. Helmut Braun (Freie Wähler) unterstützte den Vorschlag. Mit dem bloßen Abbau der Fischzucht sehe man „nicht viel“. Da sei es besser, den Brühlwiesen gleich „einen weiteren Punkt“ hinzuzufügen.

Sodann stimmte das Gremium bei Enthaltungen von Hartmann und Maria Magdalena Ochs (SPD) zu. Die endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat am Montag, 23. April.

Der Biber gestaltet mit

Freizeitwert Das vor etwa 15 Jahren geschaffene Naherholungsgebiet Brühlwiesen erstreckt sich entlang des Erlenbachs und des Hangelenbachs. An den renaturierten Bachläufen gibt es zum Beispiel Holzstege, ein Kneippbecken, Sitz- und Liegegelegenheiten. Außer dem Freizeitwert für die Bürger bringt die Anlage reichlich Ökopunkte für die Stadtentwicklung. Ein wichtiger „Partner“ ist der Biber, der sich dort niedergelassen und dafür gesorgt hat, dass eine ansehnliche Fläche überflutet ist.

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