Ortsmitte Alte Brauerei in Oberkirchberg wird abgetragen

Noch wird die ehemalige Möhle-Brauerei zerlegt. Gestern haben Landtagsabgeordneter Martin Rivoir (links), Bauherr Hasan Sen (rechts) und der befreundete Architekt Jens Rannow die Baustelle besichtigt. Im nächsten Jahr soll am Neubau Richtfest gefeiert werden.
Noch wird die ehemalige Möhle-Brauerei zerlegt. Gestern haben Landtagsabgeordneter Martin Rivoir (links), Bauherr Hasan Sen (rechts) und der befreundete Architekt Jens Rannow die Baustelle besichtigt. Im nächsten Jahr soll am Neubau Richtfest gefeiert werden. © Foto: Franz Glogger
Oberkirchberg / Von Franz Glogger 10.08.2018

Der Bagger auf dem Gelände der früheren Möhle-Brauerei in Oberkirchberg greift einen meterlangen Eisenträger und lässt ihn mit einem Rumpeln in einen riesigen Container plumpsen. Auf dem gesamten Gelände stehen solcher Stahlbehälter bereit – jeder für ein anderes Material, darunter Sonderstoffe wie Teerkork, Eternit und Asbest.

Seit dem 24. Mai laufen die Abbrucharbeiten. Hasan Sen, Bauherr des in der Oberkirchberger Ortsmitte geplanten Wohnparks, zu dem auch ein Supermarkt gehören wird, wäre gern weiter mit dem Projekt. „Nicht weil wir nichts tun, dauert das so lange. Sondern weil wir so viel Müll trennen müssen“, sagt der Diplom-Ingenieur. Mehr als 15 Container seien bereits abgefahren worden, aber kein einziger Backstein oder Betonklotz. Der gesamte Bauschutt werde für etwaige Auffüllungen zurückbehalten – zum Beispiel des mehrere Stockwerke tiefen früheren Eiskellers.

Sen besichtigte gestern mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Martin Rivoir sowie dem befreundeten Ulmer Architekten Jens Rannow die Baustelle. Rivoir wollte sich im Rahmen seiner „Sommertour“, wie er es formulierte, über den Stand des Vorhabens informieren. Mit Interesse habe er die über lange Zeit fruchtlosen Bemühungen der Kommune, einen Markt nach Oberkirchberg zu bekommen, verfolgt. Rivoir sprach offen die  Mängel der ursprünglichen Planung eines Dienstleistungszentrums an der Landesstraße 260 an. Mit 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche allein für den Markt plus weiterer Läden sei ein „übergroßes“ Projekt anvisiert worden. Und das in einem Landschaftsschutzgebiet. Zu viele Befindlichkeiten seien verletzt worden, was für ihn nur einen Schluss zulasse: „Es wäre nie genehmigungsfähig gewesen“, sagte der Politiker. Nun auf dem Areal der einstigen Schlossbrauerei zu bauen, „ist der richtige Weg“. Das bedeute kurze Wege für die Oberkirchberger und für die Gemeinde einen enormen Zugewinn an Lebensqualität. „Was gibt es Besseres als direkt am Ort einkaufen zu können?“

Der Abgeordnete zeigte sich beeindruckt von der Größe des Areals. Von dem vom Bauherrn gewählten höchsten Punkt aus waren die 4500 Quadratmeter gut zu überblicken. Die Giebel der auf dem Markt aufsetzenden 28 Wohnungen werden weitere sechs Meter in die Höhe ragen, erklärte Sen. Geplant sei, in diesem Jahr die Arbeiten zur Hangsicherung abzuschließen sowie eine bis zu zehn Meter tiefe Baugrube auszuheben. 2019 ist das Richtfest geplant, etwa Mitte 2020 die Fertigstellung. Rivoir: „Es ist ein tolles Projekt, mit dem richtigen Standort und der adäquaten Größe für die Gemeinde.“

Neubeginn nach geplatztem Traum

Projekt Elf Millionen Euro investiert der Illerkirchberger Projekt-Entwickler Sen & Kramer in Oberkirchberg. Den Markt mit knapp 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche wird Rewe betreiben. Hinzu kommen eine Bäckerfiliale und der Service-Point einer Bank.

Vorgeschichte Zehn Jahre hatte die Illerkirchberger Verwaltung, allen voran Bürgermeister Anton Bertle, eine Nahversorgung für Oberkirchberg anvisiert. Zuletzt sollten es ein Supermarkt mit 1400 Quadratmetern, Apotheke, Arzt, Schuhmarkt und weitere Läden werden. Ende 2017 ließ ein Gutachten den Traum platzen. Darin stand unter anderem, dass die geplante Größe dem Landesrecht widerspreche und ohne Zustimmung der Gemeinde Staig nicht zu verwirklichen sei. Hürden, vor denen einzelne Gemeinderäte gewarnt hatten.

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