Finanzen Alles im Lot in der Dietenheimer Stadtkasse

Dietenheim / Von Beate Reuter-Manz 11.07.2018

Wir können beruhigt in die Sommerpause gehen!“ Mit diesen Worten kommentierte Bürgermeister Christopher Eh die aktuelle Finanzlage der Stadt. Die Zahlen zum turnusgemäßen Halbjahres-Bericht erläuterte dem Dietenheimer Gemeinderat Kämmerer Alfred Stoerk. Demzufolge gibt es unerwartete positive Entwicklungen bei den Einnahmen, zum Beispiel bei den Schlüsselzuweisungen.

Der Haushaltsansatz von 3,32 Millionen Euro wird bei diesem Posten um 250 000 Euro überschritten. Beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer beträgt das Plus rund 90 000 Euro. In die Höhe geschnellt sind auch die Einnahmen aus der Vergnügungssteuer, und zwar um 50 000 auf 350 000 Euro. „Eigentlich eine traurige Angelegenheit“, machte Stoerk aus seinen zwiespältigen Gefühlen zu dieser Einnahmequelle kein Geheimnis.

Allerdings: Die Gewerbesteuern haben sich nicht so gut entwickelt, wie die robuste konjunkturelle Lage das hätte  erwarten lassen.  „Aktuell liegen die Veranlagungen bei 1,48 Millionen Euro“, berichtete Stoerk. Das entspricht  einem  Minus von rund 300 000 Euro. Die Kosten für die Bewirtschaftung von Gebäuden steigen. Es bedarf rund 70 000 Euro mehr. Auch die Grüngutentsorgung macht Kopfzerbrechen. Sie kostet schon jetzt 20 000 Euro mehr als geplant. Und der Sommer ist noch längst nicht vorbei.

Stadtsanierung „500 000 Euro mehr als wir beantragt haben“, jubilierte der Bürgermeister und verwies auf einen Bescheid vom Juni.   Der Zuwendungsbetrag für die Stadtkernsanierung erhöht sich so auf 2,5 Millionen. Das zeige die Wertschätzung des Regierungspräsidiums Tübingen. Eh: „Die sind angetan von dem, was wir hier machen.“ Doch die Mehreinnamen werden auch dringend benötigt, da die Arbeiten für den dritten Ausbauabschnitt der Königstraße deutlich höher als geplant ausfallen. Zudem will die Stadt weitere Häuser im Sanierungsgebiet kaufen. Anstelle veranschlagter 675 000 Euro rechnet Kämmerer Stoerk mit Kosten von rund einer Million Euro.

Grundschule Wegen schleppender Gipserarbeiten hat sich die Sanierung  der Königstraße 83 bis in dieses Jahr hineingezogen. Laut Stoerk fielen bisher 86 000 Euro an Rechnungen an. Das Budget von 92 000 Euro wird nicht reichen, da die Kosten für die Fluchttreppe (30 000 Euro) und für eine Brandmeldeanlage (25 000 Euro) noch bezahlt werden müssen. Unklar sei zudem, ob es die erhofften Zuschüsse von 110 000 Euro aus der Schulbauförderung gibt. Das entscheidet sich erst nach der Sommerpause.

Verwaltungshaushalt Stoerk geht aktuell von Gesamtausgaben von knapp 4,4 Millionen Euro aus. Demgegenüber stehen Einnahmen von fast 2,4 Millionen. Die Differenz könne über die Rücklagen gedeckt werden. Die Stadt hat derzeit 2,7 Millionen Euro auf der hohen Kante.

Sonnige Zeiten

Rechnungsjahr Der Dietenheimer Verwaltungshaushalt erwirtschaftete 2017 einen satten Überschuss von 2,63 Millionen Euro. Damit lag man rund 100 000 Euro unter der Rekord-Zuführungsrate aus dem Jahr 2016. Diese so genannte freie Spitze ist ein Indikator  für die finanzielle Leistungsfähigkeit.

Schulden Zum 1. Januar 2017 betrug der Schuldenstand Dietenheims knapp 2,4 Millionen Euro. Getilgt wurden 315 000 Euro, so dass sich die Schulden zum 31. Dezember auf 2,05 Millionen Euro reduzierten. Bei einer Einwohnerzahl von 6785 ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 303 Euro. Laut Bürgermeister Christopher Eh hat die Stadt ihre Schuldenlast seit dem Jahr  2012 halbiert, „und das, obwohl wir auf hohem Niveau investieren und die Rücklagen gefüllt sind“.

Wasser Knapp 290 900 Kubikmeter Wasser hat die Stadt Dietenheim vergangenes Jahr verkauft, deutlich mehr als noch 2017. Die Umsatzerlöse stiegen auf rund 533 500 Euro, der Jahresgewinn auf knapp 26 000 Euro (Vorjahr 9000 Euro.) Der Wasserverlust mit 13 Prozent lag im mittleren Bereich.

Energie Sieht man von den trüben Monaten Dezember, Januar und Februar ab, war 2017 ein recht sonnenreiches Jahr. Das schlägt sich nieder im Jahresergebnis des Eigenbetriebs „Erneuerbare Energien“, der die Photovoltaikanlage Beckenghau in Regglisweiler betreibt. 1,5 Millionen Kilowattstunden wurden verkauft. Der Jahresgewinn von 58 600 Euro liegt damit um 24 000 Euro höher als im Vorjahr.

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