Musik Alleinunterhalter mit Nashville-Computer im Gepäck

Thalfingen / Von Patrick Fauß 09.11.2018

Musiker, die als Solounterhalter auftreten, tun dies meist mit Keyboard und Mikrofon. Peter Richter spielt Schlagzeug, Becken, Bongo, Rassel und singt dazu. Den Rest der Musik steuert ein 6000-Dollar-Computer bei, den Richter vor 18 Jahren aus der amerikanischen „Music-City“ Nashville mitgebracht hat.

Richter ist „Der Stimmungsmacher“  und spielt auf Geburtstagen, privaten Festen oder Jubiläen. Und zwar kostenlos. „Ich mache das einfach gerne“, sagt der 78-jährige. Seit mehr als 60 Jahren trete er auf. Er habe Erfahrung. Und ein bisschen sei es auch wie eine Sucht. Außerdem sei es ihm im Leben immer gut gegangen. Und er wolle den Menschen etwas zurückgeben.

„Wenn er einen Auftritt hatte, dann ist er ausgeglichen“, erläutert seine Frau Brigitte. Sind gerade keine Engagements vorhanden, spiele der Alleinunterhalter auch mal ein Privatkonzert für seine Frau. Angefangen hatte das alles mit Großvater Emil Richter im Berlin der Stummfilmzeit. Der hatte in den Kinos der Hauptstadt unter anderem mit Kesselpauke für die musikalische Umrahmung gesorgt. Sein Sohn Heinz Richter studierte Musik und kam als Kapellmeister des Militärs nach Ulm. Dort gab er die Liebe zur Musik an Peter Richter weiter. Von 1957 spielten Vater und Sohn gemeinsam in der „Heinz Richter Tanzkapelle“.

„Da war ich schon aufgeregt“, berichtet Peter Richter von seinem ersten Auftritt mit 17 Jahren im Jahr 1957. Damals ging es um die Wahl der Weinkönigin im Ulmer Oberberghof. Es folgten weitere Auftritte, zum Beispiel bei Hochzeiten und anderen Festen im „Schlössle“ in Söflingen. Dort hat der Kfz-Mechaniker am 28. November dann auch seine Frau Brigitte kennengelernt.

1966 zog der Vater sich vom Hobby mit der Kapelle zurück. Ein Grund dafür war Elvis Presley. „Er konnte den Elvis halt einfach nicht leiden“, erzählt Peter Richter. Das Publikum dagegen wollte stets die immer zahlreicher werdenden Hits des „King of Rock‘n Roll“ hören. Mit seinem Kollegen Hans Hering machte Peter Richter dann als Duo weiter, bis dieser dann auch aufhörte.

Aber das Schicksal sandte Ersatz. Und zwar in Form des Musik-Computers aus Nashville. 3500 Lieder hat Richter drauf gespeichert. Am liebsten spiele er Schlager, zum Beispiel von Freddy Quinn, erzählt Richter. Aber auch wenig aufdringliche Stücke wie „Spanish Eyes“ oder „El Condor Pasa“, wenn die Leute zum Beispiel Kaffee trinken wollen, könne er liefern. Später schalte er dann auf Tanzschlager um.

„Richtig Volumen“ könne das Gerät dank starker Box und Schlagzug abliefern. Es sei jedoch nicht ganz einfach, für die eingespeicherten Lieder die Taktuntermalung zu liefern. Dazu gehöre viel Erfahrung. Und er müsse zu Hause viel üben.

Auch modernere Stücke wie „Thunderstruck“ von AC/DC oder „Westerland“ von den Ärzten habe er im Repertoire. Er spiele es aber nicht so gerne. „Mit der moderneren Musik geht es mir, wie meinem Vater damals mit Elvis.“ Es sei einfach nicht seins. Richter: „Ich bin beim Schlager hängen geblieben.“

Im Seniorenheim „Haus Tobit“ in Thalfingen habe er erst einen schönen Auftritt gehabt, erzählt er. Mit Liedern von Caterina Valente, die den Leuten dort viele Freude gemacht habe. Danach habe er gleich wieder einige Engagements bekommen.

Erste Auftritte in Söflingen

Schlagzeuger Peter Richter (links im Bild) spielte bereits 1959 beim Fasching im Söflinger Schlössle. Nun gastiert er auf Festen und Hochzeiten mit 60 bis 70 Besuchern. Zu erreichen ist er unter Tel. (0731) 26 76 61.

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