Musik Alle Erwartungen übertroffen

Leopoldo Lipstein in Laichingen.
Leopoldo Lipstein in Laichingen. © Foto: sgk
Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 05.12.2018

Der Pianist Leopoldo Lipstein war als einstiges Wunderkind angekündigt worden und er übertraf beim Laichinger Publikum sämtliche Erwartungen. Für seine Interpretationskunst ist der Argentinier bekannt, die und seine große Virtuosität stellte er in der Stunde der Kammermsuik unter Beweis: Jeder Ton eine Perle, da ist das Zuhören allein schon ein Genuss. Doch wie er in einzelnen Sätzen Melodiefolgen herauskristallisiert, winzige Details aus ihrem Hinterstübchen holt, um sie quasi ins Rampenlicht zu setzen, ist erstaunlich. Selbst aus einzelnen Tänzen des Spaniers Enrique Granados kitzelte er solche Miniaturen heraus, die ein Eigenleben entwickelten, Klangbilder, die vor dem inneren Auge zu laufen begannen. So phantasievoll, wie er mit den Miniaturen umgeht, stellt er Kontraste gegenüber: Die verzwickt verwobene Polonaise Nummer fünf in Fis-Moll, Opus 44, von Chopin bringt er trotz des donnernden Hauptthemas mit feiner Leichtigkeit daher, setzt die kontrastierenden Impulse glasklar und reizvoll in Szene. Astor Piazollas „Adios Nonino“, in Gedenken an seinen verstorbenen Vater geschrieben, spielte der Pianist mit feinen Gefühlen, als wäre es sein Vater, von dem er sich nicht mehr hatte verabschieden können.

„Das ist ein echter Ausnahmepianist“, resümierte eine Konzertbesucherin. Wahrlich, das war Musik im schillernden Gewand eines brillanten Pianisten; so bereitet Musik, ob aus dem Barock, der Romantik, der Moderne oder Zeitgenössisches Freude pur.

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