Der schwäbische Fruchtsafthersteller Albi streckt seine Fühler nach China aus. Bei einer Messe dort sind die Produkte aus Berghülen-Bühlenhausen auf große Akzeptanz gestoßen. Das hat Geschäftsführer Imanuel Friedrich Rösch beim Besuch der CDU-Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer berichtet. „Die Chinesen stehen auf hochwertige Produkte“, sagte Rösch. Was sich aus den ersten Kontakten entwickeln könnte, sei noch offen. An eine Produktion in Ostasien sei aber nicht gedacht.

Bisher werden 90 Prozent der in Bühlenhausen hergestellten Säfte im Inland verkauft. In europäischen Nachbarländern tut sich das Unternehmen schwer. „Österreich lässt keine Fremden rein“, berichtete Rösch. Entsprechende Versuche seien nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Dennoch ist Albi international unterwegs: 300 Fluggesellschaften schenken an Bord ihrer Maschinen Säfte von der Alb aus, nicht nur den in der Luft so beliebten Tomatensaft. Das andere Geschmacksgefühl in der Höhe sei wohl der Grund dafür, dass Fluggäste Tomatensaft verlangten, meint Rösch.

Kernthema für Albi: heimische Früchte

„Kernthema“ seien für Albi die heimischen Früchte wie Apfel, Birne und Kirsche. Während des Besuchs der Abgeordneten wurden tonnenweise Schwarze Johannisbeeren angeliefert. Das Unternehmen hat Verträge mit Landwirten aus Hittistetten, Langenau, Nersingen und Ichenhausen, die die Beeren maschinell ernten. Für den Apfelsaft verarbeite Albi am liebsten Äpfel aus der Region. Um die entsprechende Süße zu erreichen, brauche es aber auch Äpfel vom Bodensee und aus Südtirol, sagte Rösch. Wichtig sei die eigene Kelterung. „So haben wir die Qualität im Griff.“

Neu unter den 28 Sorten ist Heidelbeersaft. „Die Anfrage kam aus Finnland“, berichtete Geschäftsführer Christian Lang. Die Beeren dafür werden nicht hierzulande gepflückt. Albi kauft Konzentrat, für das unter anderem Beeren aus Osteuropa verwendet werden. Mit weiteren neuen Produkten will Albi die junge Generation erreichen.

120 Mitarbeiter in Bühlenhausen

In Bühlenhausen beschäftigt das Unternehmen rund 120 Mitarbeiter. Ausgebildet werden Fruchtsafttechniker, Bürokaufleute und Fachkräfte für Lagerlogistik. Wie Imanuel Rösch auf Nachfrage von Ronja Kemmer sagte, ist es schwierig, junge Leute für die Berufe in der Lebensmittelproduktion zu gewinnen.

Den großen Teil der Säfte füllt Albi selber in Bühlenhausen ab, und zwar in Weichpackungen. Einweg- und Mehrwegflaschen werden von Partnerunternehmen befüllt. Bis Herbst 2015 hatte Albi ein Abfüllwerk in Magdeburg, das geschlossen wurde, nachdem, wie Rösch erläuterte, über längere Zeit Verluste geschrieben wurden. Jetzt ist alles konzentriert am Stammsitz auf der Alb. Dort hat Hans Rösch, der Großvater des heutigen Geschäftsführers Imanuel Friedrich Rösch, den Betrieb im Jahr 1928 gegründet.