Verkehr Albaufstieg: Voll-Anschluss für A 8 gefordert

Papierflut zum Albaufstieg: Der Merklinger Bürgermeister Sven Kneipp mit einem Teil der Ordner für das Planfeststellungsverfahren.
Papierflut zum Albaufstieg: Der Merklinger Bürgermeister Sven Kneipp mit einem Teil der Ordner für das Planfeststellungsverfahren. © Foto: Joachim Lenk
Merklingen / Joachim Lenk 19.07.2018

Das Regierungspräsidium Stuttgart hat, wie berichtet, das seit zwölf Jahren ruhende Planfeststellungsverfahren für den sechsspurigen Ausbau der Bundesautobahn A 8 Karlsruhe–München im Streckenabschnitt zwischen Mühlhausen und Hohenstadt (Albaufstieg) wieder aufgenommen und die Anhörung zu den geänderten Planunterlagen eingeleitet. Dazu wurden der Gemeinde Merklingen 29 Ordner übergeben, die die Planungshistorie darstellen. Die können die Bürger seit Ende Juni im Rathaus einsehen, sagte Bürgermeister Sven Kneipp, der am Dienstag den Gemeinderat über die Anhörung zur zweiten Planänderung informierte.

Er skizzierte noch einmal das 7,6 Kilometer lange Projekt, das die Verkürzung der bisherigen Strecke um knapp vier Kilometer vorsieht. Seit 2014 ist klar, dass die einst auf Merklinger Gemarkung vorgesehene Mautstation nicht kommen wird. Der „massive Flächenverbrauch“ in der Nähe von Widderstall werde „deutlich zurückgehen“, so die positive Mitteilung.

Aktuell ist geplant, in diesem Bereich den Streckenverlauf der Kreisstraße 7324 zu ändern, was die Verschiebung des Regenüberlaufbeckens an dieser Stelle zur Folge hat. Außerdem ist ein Kreisverkehr vorgesehen, um auf die vorgesehene Halb-Anschlussstelle Hohenstadt von und nach München zu gelangen.

 „Bereits jetzt ist die Anschlussstelle Merklingen morgens und am Spätnachmittag überlastet“, erinnerte Kneipp, weswegen er sich dafür einsetzt, nicht nur in Richtung Ulm auf die A 8 fahren zu können, sondern auch nach Stuttgart. Eine „vollwertige Anschlussstelle Hohenstadt“ werde die Lage nicht nur in der Gemeinde, sondern auf der ganzen Laichinger Alb entspannen. Die Bürger hätten dann zwei Möglichkeiten, um auf die Autobahn zu gelangen. Auch befürwortete der Bürgermeister den Rückbau der bestehenden Abstiegsstraße und den Verbleib der Aufstiegsstraße als Landesstraße und Bedarfsumleitung bei Staus auf der Autobahn. Für den Bürgermeister ist klar, dass der neue Albaufstieg „kommen muss“.

Baubeginn frühestens 2021

Wie geht es jetzt weiter? Merklingen hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, der neben dem Bürgermeister die Gemeinderäte Horst Nägele, der in Widderstall lebt, Martin Gröh und Hans-Jürgen Betz angehören. Die vier Volksvertreter werden in den nächsten Wochen eine detaillierte Stellungnahme zur zweiten Planänderung erarbeiten und bis spätestens 24. September, der Frist für Einwendungen, vorlegen.

Anfang 2019 ist dann seitens des Regierungspräsidiums Stuttgart der Erörterungstermin. Ende 2019 erfolgt, wenn alles nach Plan läuft, der Planfeststellungsbeschluss für das mehr als 600 Millionen teure Projekt. Der frühestmögliche Baubeginn ist laut Kneipp im Jahr 2021, die frühestmögliche Verkehrsfreigabe fünf Jahre später.

Entwicklung der Laichinger Alb berücksichtigen

Auslastung Das Verkehrsaufkommen sei zu gering für den Bau eines vollwertigen Autobahnanschlusses in Hohenstadt, hatte der Tübinger Regierungspräsident Klaus Tappeser kürzlich beim Besuch auf der Autobahn-Baustelle bei Merklingen gesagt. Die Zubringerstraßen nach Merklingen und Mühlhausen, zum Teil auf der Trasse der alten Autobahn, würden verbessert. Der Laichinger Bürgermeister Klaus Kaufmann dagegen hatte bei einer Info-Veranstaltung in Gruibingen auf die Entwicklung der Laichinger Alb mit Bahnhof und Interkommunalem Gewerbegebiet verwiesen. In Laichingen steht das Thema am Montag auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. jos

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel