Bahn Alb-Bahnhof noch in Verhandlungsschleife - Brenzbahn-Ausbau rückt näher

Der Ausbau der Brenzbahn – hier eine Regionalbahn im Langenauer Bahnhof – dürfte bald Fahrt aufnehmen. Die ersten Planungsaufträge sollen noch in diesem Jahr vergeben werden. In Sachen Bahnhalt Laichinger Alb dagegen wird zwischen Landkreis und Verkehrsministerium noch verhandelt.
Der Ausbau der Brenzbahn – hier eine Regionalbahn im Langenauer Bahnhof – dürfte bald Fahrt aufnehmen. Die ersten Planungsaufträge sollen noch in diesem Jahr vergeben werden. In Sachen Bahnhalt Laichinger Alb dagegen wird zwischen Landkreis und Verkehrsministerium noch verhandelt. © Foto: Fröse Markus
Alb-Bahnhof / THOMAS STEIBADLER 20.10.2015
Die Verhandlungen zwischen Alb-Donau-Kreis und Verkehrsministerium über den Bahnhalt Laichinger Alb verlaufen zäher als gedacht. Fortschritte zeichnen sich auf der Südbahn und der Brenzbahn ab.

„Chancen für Bahnhalt Merklingen steigen“, teilte das baden-württembergische Verkehrsministerium am 30. September mit. Dank neuer Wirtschaftlichkeitsberechnung sei eine Landes-Förderung des auf 21 Millionen Euro geschätzten Alb-Bahnhofs möglich. Die Zusage gilt nach wie vor. Doch liegt der Teufel im Detail, wie der stellvertretende Landrat Heiner Scheffold am Montag im Kreistag sagte. Demnach stellt das Verkehrsministerium einen festen Förderbetrag nach dem Landes-Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz in Aussicht. Das Projektrisiko solle aber die kommunalen Seite tragen. Damit müssten der Landkreis und die Kommunen auf der Laichinger Alb, die ohnehin 13 Millionen Euro zum Bahnhalt beisteuern, auch für mögliche Mehrkosten aufkommen.

Das Kostenrisiko den Kommunen zu übertragen, wäre eine „Umkehr der Geschäftsgrundlage“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Kaiser. Der Bahnhalt Laichinger Alb sei zwar im Interesse des Landkreises , „aber er muss verkraftbar sein“. Womöglich deute sich ein schrittweiser Rückzug des Landes von dem Projekt an, mutmaßte Kreisrat Bernhard Schweizer (Freie Wähler) aus Laichingen. „Das wäre enttäuschend für uns alle.“ Und Ulrich Oberdorfer, CDU-Kreisrat und Bürgermeister von Heroldstatt, betonte: „Das Finanzierungsrisiko darf nicht auf uns zukommen, das muss beim Land liegen“.

Für Landrat Heinz Seiffert ist das nach wie vor Geschäftsgrundlage. Minister Winfried Hermann habe angesichts der 13 Millionen-Zusage der kommunalen Seite versichert: „Das weitere regeln wir.“ Ziel des Landkreises sei es, „dem Projekt zum Durchbruch zu verhelfen“, sagte Seiffert. Bereits am kommenden Freitag stehe im Verkehrsministerium das nächste Gespräch in Sachen Bahnhalt Merklingen an.

Brenzbahn Für den teilweisen zweigleisigen Ausbau der Brenzbahn Ulm–Aalen soll noch in diesem Jahr eine Vorstudie in Auftrag gegeben werden. Im nächsten Jahr folgen Grundlagenermittlung und Vorplanung. Die Kosten für diese Planungsstufen betragen insgesamt knapp 475.000 Euro: Davon übernimmt der Alb-Donau-Kreis etwa 15 Prozent, erhält aber zwei Drittel von den Anliegerkommunen erstattet. Geplant sind unter anderem der zweigleisige Ausbau zwischen Langenau und Rammingen auf fünf Kilometern sowie zwischen Sontheim/Brenz und Bergenweiler (Kreis Heidenheim) auf 1,3 Kilometern. Dann könnten IRE-Züge stündlich fahren, Regionalexpress und Regionalbahn beschleunigt werden. Die Gesamtkosten sind aktuell auf bis zu 24 Millionen Euro berechnet. Der Langenauer Bürgermeister Wolfgang Mangold, Sprecher der Freien Wähler, betonte schon einmal vorsorglich: Die Baukosten seien Sache des Landes, „ich sehe keine Beteiligung der Kommunen“.

Südbahn Zufriedener als mit dem Stand der Verhandlungen über den Alb-Bahnhof bei Merklingen sind die Kreisräte mit den Plänen des Landes für die Südbahn. Wie Heiner Scheffold erläuterte, wird nach der Elektrifizierung zwischen Stuttgart und Lindau stündlich ein „Oberschwaben-Express“ fahren. Dieser Zug hält unter anderem in Ulm, in Biberach und in Ravensburg. Hinzu kommt die ebenfalls stündliche Express-Linie Ulm–Friedrichshafen, deren Züge unter anderem in Erbach halten. Diese schnelle Verbindung von Erbach nach Ulm und an den See ist eine zentrale Forderung des Landkreises und der Stadt Erbach. Ergänzt wird das Angebot von der Regio-S-Bahn, die im Stundentakt den Nahverkehr zwischen Ulm und Biberach übernimmt. In Erbach, dem einzigen Südbahn-Halt im Alb-Donau-Kreis, stoppt demnach alle 30 Minuten ein Zug. In Hauptverkehrszeiten sei sogar ein 20-Minuten-Takt möglich, sagte Scheffold. Unter diesen Voraussetzungen, die wohl Ende 2021 erfüllt sein dürften, verzichtet der Alb-Donau-Kreis gegenüber dem Land auf knapp 105.000 Euro. Das Geld hat der Kreis in den Interessenverband Südbahn eingebracht, der wiederum die Elektrifizierungsplanung mit 1,24 Millionen Euro vorfinanziert hat.

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