Langenau-Albeck Aktion Baum-Rettung

Baumpfleger in Aktion bei der Auftaktveranstaltung der landesweiten Streuobstpflegetage, zu denen der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg heuer zum neunten Mal einlädt.
Baumpfleger in Aktion bei der Auftaktveranstaltung der landesweiten Streuobstpflegetage, zu denen der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg heuer zum neunten Mal einlädt. © Foto: MARKUS FRÖSE
Langenau-Albeck / MARKUS FRÖSE 08.03.2016
Die Albecker Butterbirne ist Streuobstsorte des Jahres. Der Landesverband der Obst- und Gartenbauer hat die Auftaktveranstaltung seiner landesweiten Streuobstpflegetage deshalb in Albeck stattfinden lassen.
„In Baden-Württemberg stehen die größten zusammenhängenden Streuobstbestände in ganz Europa – und diese Kulturlandschaft spiegelt wie keine andere den Charakter Baden-Württembergs wider.“ Das sagte Rolf Heinzelmann, Geschäftsführer des Landesverbands für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL), vergangenen Freitag auf einer Streuobstwiese in Albeck. Die mehr als 30 Zuhörer, die sich dort bei der Auftaktveranstaltung der landesweiten LOGL-Streuobstpflegetage in Arbeitskleidung versammelt hatten, verteilten sich kurz darauf mit Sägen und weiterem Werkzeug über das Gelände. Weil es auch darum ging, direkt am Baum etwas über den „praktischen Schnitt“ hinzu zu lernen.

Das betonte Günter Stolz, hiesiger Kreisvorsitzender der Obst- und Gartenbauvereine, bei seiner Begrüßung. „Der Erhalt der heimischen Kulturlandschaft Obstwiese“ sei überhaupt das Ziel der Streuobstpflegetage, die bis Ende März in 20 Landkreisen stattfinden. Die Sanierung älterer Obstbäume stehe im Vordergrund der Aktion, ergänzte Heinzelmann: „Altbestände können so durch einen Erneuerungsschnitt wieder vitalisiert und ihre Lebensdauer und damit auch ihr ökologischer Wert deutlich verlängert werden.“

Beeindruckende Zahlen dazu hatte der Geschäftsführer auch parat. In Baden-Württemberg stünden auf etwa 115.000 Hektar rund neun Millionen Streuobstbäume. Außerdem böten Streuobstwiesen Lebensraum für rund 5000 Tier- und Pflanzenarten sowie etwa 3000 verschiedene Obstsorten. „Die genetische Vielfalt alter Obstsorten bietet ein großes Potential für zukünftige Züchtungen“, so Heinzelmann. Ihre Sorten-Eigenschaften könnten beim Auftreten neuer Krankheiten, bei Klimaveränderungen und neuen Verbrauchergewohnheiten eine wichtige Rolle spielen.

„Wir möchten deutlich machen, dass viele Obst- und Gartenbauvereine und Fachwarte seit Jahren aktiv in der Streuobstwiesenpflege tätig sind und nachhaltig zum Erhalt dieser wertvollen Kulturlandschaft beitragen.“ Allein im Rahmen der Streuobsttage, die nun zum neunten Mal stattfinden, sind laut Heinzelmann jährlich landesweit etwa 7000 Bäume saniert worden.

Der Hinweis darauf erfolgte sozusagen auf historischem Boden. Nämlich am „Geburtsort“ der Albecker Butterbirne, so Stolz, welche der LOGL heuer zur „Streuobstsorte des Jahres“ ernannt hat. Und wie ist diese schmackhafte Sorte eigentlich auf die Welt gekommen? „Mein Großvater Balthasar Scheerer hat so etwa im Jahr 1890 einen Sämling mit besonderen Blättern entdeckt und aus Neugier aufgezogen“, erklärte Helmut Scheerer, Inhaber der örtlichen Baumschule. Herausgekommen ist eine heute noch beliebte süße Birnensorte, die sich auch gut als Dörrbirne und zur Herstellung von Schnaps eigne.

Von diesen Vorzügen konnten sich die Teilnehmer der Veranstaltung auch gleich selbst überzeugen. Denn zur Stärkung der Baumpfleger standen auch Hutzelbrot und Obstwasser bereit, sowohl als auch mit der Albecker Butterbirne zubereitet beziehungsweise gebrannt.

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