Ein gentechnisch veränderter Mais beunruhigt die Landwirte: Der vom amerikanischen Konzert Monsanto mitentwickelte Mais bildet sechs verschiedene Insektizide und ist resistent gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel. In der EU gibt es bislang keine Mehrheit gegen die Einfuhr der Sorte.

Auf Initiative des Bündnisses für eine gentechnikfreie Region Ulm diskutierten unter der Moderation von Sabine Bauer fünf Bundestagskandidaten in in Ehingen-Berg über Agro-Gentechnik. Die ursprünglich vorgesehene Rednerin, die ehemalige Bundesforschungsministerin Annette Schavan, wurde durch Manfred Nothacker vom CDU-Kreisverband Alb-Donau-Ulm vertreten.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner beschrieb die Gefahren gentechnisch veränderter Pflanzen: Die möglichen Folgen aus den Resistenzen gegen Pestizide seien nicht ausreichend erforscht. Es sei zu befürchten, dass sich Resistenzen gegen Krankheitserreger bilden, die wiederum dazu führen könnten, dass Antibiotika bei Menschen nicht mehr wirkten. Die Folgen dieser Technologie könnten nicht ausreichend abgeschätzt werden, sagte der Agraringenieur Ebner weiter. "Wir können nicht forschen, weil Versuchsfelder zerstört werden", erklärte dagegen Erik Schweickert, verbraucherschutzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Er vertrat die Ansicht, dass man Chancen und Risiken der Gentechnik abwägen müsse.

Es sei überhaupt die Frage, was zu schützen sei, warf Manfred Nothacker ein, ehemaliger Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Ulm-Ehingen. Bisher sei kein einziger Krankheitsfall bekannt, der auf gentechnisch veränderte Pflanzen zurückzuführen sei. Auf solche wolle man auch nicht warten, meinte Elvira Drobinski-Weiss, verbraucherpolitische Sprecherin der SPD: Sie sehe auch die Gefahren in Auskreuzungen und Resistenzen. Karin Binder von den Linken erkannte in der Agro-Gentechnik wenig Chancen. "Monokulturen verhindern, dass Kleinbauern überleben", forderte sie. Gerade in armen Ländern bräuchten Landwirte Artenvielfalt und der Region angepasstes Saatgut. Sie bedauerte, dass es in Deutschland keine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel gibt. Andererseits sehe man sich als Verbraucher einer Flut von Siegeln und Kennzeichnungen ausgesetzt, die man nicht einordnen könne.

Entgegen der Aussagen der großen Konzerne, sei der Welthunger mit gentechnisch veränderten Pflanzen nicht in den Griff zu bekommen, war Ebner überzeugt. Man müsse anders ansetzen: So habe Indien drei super Erntejahre gehabt, 20 Millionen Tonnen Weizen seien aber wegen schlechter Lagerung vergammelt. Bisher werden in Deutschland keine gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Ebner zeigte sich überzeugt, dass konventionelle Saatgutzüchter leistungsfähigeres Saatgut produzieren. Die Zuhörer in Berg, meist Landwirte, bekräftigten die Bedenken, die die Mehrzahl der Verbraucher gegenüber gentenisch veränderte Pflanzen haben: Selbst wenn sie in Deutschland nicht zu verhindern sind - wie der FDP-Mann Schweickert prophezeit: Vorteile werden diese Pflanzen keine bringen.