Stadtbild Ästhetisch, praktisch, gut

Am Donnerstagnachmittag kommen gleich drei Verkaufswagen auf den Unterbalzheimer Dorfplatz und sorgen so für einen kleinen Markt.
Am Donnerstagnachmittag kommen gleich drei Verkaufswagen auf den Unterbalzheimer Dorfplatz und sorgen so für einen kleinen Markt. © Foto: Manuela Rapp
Von Manuela Rapp 15.08.2018

Mit der Neugestaltung des Dorfplatzes hat sich Unterbalzheim seine gute Stube mitten im Ortskern geschaffen. Multifunktional ist das Areal zwischen Hauptstraße und Sterngasse ausgelegt, als Treffpunkt, für Feste oder Märkte: ästhetisch, praktisch, gut. Und auch an die Nahversorgung wurde gedacht: Täglich wechselnde Verkaufswagen – ausgenommen Dienstag und Samstag – offerieren ein breites Warenspektrum. Und wer einkehren möchte, der braucht nur die Wasserrinne, die den Platz von der Außenbewirtung des Gasthofs „Löwen“ trennt, zu überqueren. In Betrieb gegangen ist mittlerweile auch schon die E-Bike-Ladestation im östlichen Bereich.

„Wie wird das wohl?“ hat sich Alexandra Walcher anfänglich gefragt. Mittlerweile findet sie den Dorfplatz „ganz schön.“ Ihr Sohn Jannis ist ebenfalls dieser Meinung, würde sich außen herum aber noch mehr Pflanzen wünschen. Seinen Bruder Leon stört die veränderte Bushaltestelle: „Die alte hat mir besser gefallen.“ Erst in den vergangenen Wochen haben die Drei die Verkaufswagen wahrgenommen. Da sie in Oberbalzheim im „Schönen Lädchen“ der Familie Knecht arbeite, sagt Alexandra Walcher, sei klar, wo sie vordringlich einkauft. Aber auch nach Dietenheim oder Altenstadt führe sie ihr Weg.

Obst, Käse, Fleisch: „Heute haben wir alles benötigt“, bilanziert sie ihre Käufe. Es ist Donnerstagnachmittag, die Stände der Landkäserei Herzog, der Bauernhofmetzgerei Junginger und der Firma Vidoli, eines Obst- und Gemüsehändlers, verleihen dem Platz das Ambiente eines kleinen Marktes. Die Balzheimerin will dieses kompakte Angebot künftig öfter nutzen. Wichtig sind ihr vor allem frische Fleisch- und Wurstwaren: „Ich möchte beim Metzger einkaufen.“

Matthias Junginger dürfte das gerne hören. Seit ein paar Wochen fährt der Holzheimer den Unterbalzheimer Dorfplatz an: „Das ist kein schlechter Standort“, urteilt der Metzger. Gut angelaufen sei sein Geschäft, „da kann man drauf aufbauen“. Freilich ließe sich dies nach ein paar Wochen noch nicht abschätzen. Seine Kunden? „Das sind definitiv größtenteils Balzheimer“, sagt er, „jung und alt.“ Gleich wenn er seinen Stand gegen 13 Uhr aufmache, sei viel los. 15.30 Uhr bis 16 Uhr bezeichnet Junginger als „kleine Stoßzeit“.

Fast dasselbe sagen Manuela Streitberger und Stefanie Alt, die im benachbarten Stand der Landkäserei Herzog bedienen. „Die Leute rechnen nicht damit, dass es hier soviel Auswahl gibt“, zeigen die beiden auf die wohl bestückte Verkaufstheke. Auch sie sprechen von guter Resonanz: „Es werden immer mehr Kunden.“ Die zentrale Lage wirkt sich positiv aus aufs Geschäft: „Viele, die durchfahren, haben es entdeckt.“

Der Kontakt nach Balzheim kam übrigens über Diana Streitberger, die Wirtin des Gasthofs „Löwen“, zustande. „Meine Tante hat mich darauf aufmerksam gemacht“, erklärt ihre Nichte. Sie wiederum habe den Metzger und den Gemüsehändler animiert.

Mehr Leben auf dem Platz

„Alles ist familiär, es ist klein und übersichtlich, man kennt sich auch mit Namen“, meint Hasan Erkan. Seine Firma „Vidoli“ importiere Obst und Gemüse direkt aus den Herkunftsländern. Jetzt mache er Ferien, komme aber Ende August/Anfang September zurück. Denn: „Es läuft gut an.“

Eine von Hasan Erkans Kunden ist Diana Streitberger: „Ich kaufe unter anderem für unser Restaurant ein, wenn man schon alles vor der Tür hat“, sagt die Wirtin. „Ganz zufrieden“ sei sie mit der Neugestaltung. Der Vorteil: „Man sieht uns besser von der Straße her.“ Ihren Beobachtungen zufolge nehmen alle Generationen das Verkaufsangebot wahr. „Der Platz lebt mehr.“ Profitiert ihr Restaurant mit Freiluftgastronomie auch davon? „Es ist so wie immer. Wenn das Wetter gut ist, dann haben wir wie jeden Sommer gut zu tun.“ Balzheims Kämmerer Markus Gabeli, der gerade vor Ort ist, hat beobachtet: „Das ist hier ein richtiger Markt und wird gut angenommen.“

Eine halbe Million

Die Gemeinde hat sich die Modernisierung ihrer Ortsmitte etwas kosten lassen. Ausgegeben worden sind dafür laut Bürgermeister Günter Herrmann 450 000 Euro: „Das ist der Kostenrahmen, von dem wir hoffen, dass wir ihn halten können.“ 32 Prozent, also rund 143 000 Euro, sollen an Zuschüssen fließen.

Jeden Tag ein Verkaufswagen

Angebot Folgende Anbieter sind auf dem Unterbalzheimer Dorfplatz anzutreffen: Montags, 13.30 bis 14.30 Uhr: Barni’s Lebensmittelservice, Illerrieden. Mittwochs, 10.30 bis 18 Uhr: Braterei Mössle, Leipheim, sowie von 12 bis 15 Uhr, Eiswagen von Peter Maier, Schwendi. Donnerstags, 13 bis 17.30 Uhr: Landkäserei Herzog, Roggenburg/Schießen, Gemüse/Obst, Firma „Vidoli“, Bauernhofmetzgerei Junginger, Holzheim. Freitags, von 10 bis 11 Uhr, Backhaus Häussler, Memmingen.

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