Die jährliche Fahrplanumstellung im Dezember bringt immer wieder Reibungen mit sich. Doch Cornelia Greim aus Blaustein-Arnegg sagt: „Dass so massiv umgestellt wurde, habe ich noch nie erlebt.“ Ihre Söhne, die die 6. und 8. Klasse des Scholl­-Gymnasiums in Ulm besuchen, haben seit zwei Wochen massive Probleme, in die Schule zu kommen. Von drei Bussen gegen 7 Uhr, die „schon immer voll waren“, fährt seit 9. Dezember einer nicht mehr durch Arnegg. Die Folge: Der erste Bus der Linie 38 – Abfahrt um 6.54 Uhr an der Haltestelle Blautal in Arnegg – ist so voll, dass viele Schüler stehen blieben. Der zweite, um 7.04 Uhr, kommt nicht rechtzeitig vor Unterrichtsbeginn in Ulm an.

Bisher habe es einen weiteren Bus gegeben, der um 6.59 Uhr in Arnegg ab- und direkt durch das Blautal nach Ulm fuhr, berichtet Cornelia Greim: Ideal für die Schüler. Denen bleibe jetzt nichts anderes übrig, als den Bus um 6.54 Uhr zu erwischen, der „alle Haltestellen“ in Blaustein anfahre und in den vergangenen Wochen nie fahrplanmäßig in Ulm angekommen sei.

Cornelia Greim ist nicht die einzige, die sich beim Landratsamt Alb-Donau darüber beschwert hat. Von täglich 10 bis 15 Anrufen aufgebrachter Eltern aus Blaustein berichtet Florian Weixler, stellvertretender Fachdienstleiter für Verkehr und Mobilität. Vergangenen Freitag habe er sich deshalb selbst morgens an die Haltestelle in Arnegg gestellt. 25 bis 30 Schüler hätten es nicht mehr geschafft, sich in den Standard-Linienbus zu quetschen, sagt Weixler: Dieser biete Platz für rund 75 Schüler. Von den stehengebliebenen Schülern hätten einige den späteren Bus genommen, dem Weixler mit dem Auto folgte, und in Herrlingen den an diesem Tag verspäteten und ebenfalls „brechend vollen“ Regionalzug erwischt: Laut Fahrplan sei das „definitiv keine Option“.

Weshalb der Bus um 6.59 Uhr, der vor dem Fahrplanwechsel von der Herrlinger Birkebene über Arnegg nach Ulm fuhr, gestrichen wurde, weiß Weixler nicht. Der Betreiber der Blausteiner Linien 36,37 und 38 ist die DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH (RAB). Diese habe für den Raum Blaustein eine neue Liniengenehmigung bekommen und einzelne Fahrten neu zusammengefasst worden. „Es gibt immer dort Probleme, wo etwas umgestellt wird“, ist Weixlers Erfahrung nach Fahrplanwechseln. Die RAB betreibt die Linien in Blaustein eigenwirtschaftlich, ohne Zuschuss des Landkreises. Weixler sagt, er habe das Unternehmen nach seinen Beobachtungen am Freitag vergangener Woche unmittelbar aufgefordert, die Fahrten umzuorganisieren – bis Donnerstag ohne konkrete Rückmeldung.

Ab Januar fährt ein Gelenkbus

Gestern teilte die RAB auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE mit, dass zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden sollen: Auf der Fahrt der Linie 38 von Markbronn nach Ulm um 6.46 Uhr soll ein Gelenkbus eingesetzt werden. „Mit dieser Maßnahme müssten wir für die Schüler ab Arnegg ein ausreichendes Angebot zur Verfügung stellen können.“ Die Verspätung des Busses in den vergangenen Wochen begründet die RAB mit dem hohen Verkehrsaufkommen in Ulm, verstärkt durch den holprigen Start der Straßenbahnlinie 2. Im Januar sollten die Probleme behoben sein und der Bus planmäßig um 7.28 Uhr am ZOB West sein, die Schüler pünktlich zur Schule kommen. Da es auch Beschwerden über die Anbindung der Birkebene gegeben habe, soll der um 6.40 Uhr von dort abfahrende Bus bis zur Hofstraße in Blaustein verlängert werden: als „umsteigefreies“ Angebot für diejenigen, die in Blaustein zur Schule gehen.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir mit diesen Maßnahmen das Angebot für die Schüler deutlich verbessern. Selbstverständlich werden wir die Maßnahmen nach Schulbeginn im Januar überprüfen“, schreibt ein Bahnsprecher im Namen des Tochter-Unternehmens. Die einzelnen Maßnahmen würden derzeit mit dem Landratsamt abgestimmt. Als Grund für die Verschlechterungen im Schülerverkehr nennt die RAB falsche Prognosen zu Schüleraufkommen und Schülerströmen für Arnegg und die Birkebene.

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Direktverbindung zum Schulzentrum am Kuhberg


Eigenwirtschaft Betreiber öffentlicher Nahverkehrslinien können Eigenwirtschaftlichkeit beantragen: In diesem Fall finanzieren sie die Fahrten nur über die Einnahmen für Tickets und bekommen keine Zuschüsse von Kreisen oder Gemeinden. Diese Linien haben, sofern der Betrieb garantiert wird, gesetzlich Vorrang vor kommunal bezuschussten.

Fahrplan Die RAB teilt mit, dass sie seit 9. Dezember auf dem „Linienbündel“ Blaustein den 30-Minuten-Takt ausgeweitet und Lücken geschlossen habe. Zwischen Blaustein und dem Schulzentrum Ulm-Kuhberg sei eine Direktverbindung „zu schulrelevanten Zeiten“ geschaffen worden.