Stadtbild Ärger mit zwei großen Werbetafeln

Hier prangen bald zwei riesige Werbetafeln. Sehr zum Verdruss der Stadt.
Hier prangen bald zwei riesige Werbetafeln. Sehr zum Verdruss der Stadt. © Foto: Beate Reuter-Manz
Dietenheim / Beate Reuter-Manz 12.07.2018

Mit einem Millionen-Aufwand lässt Dietenheim seine Innenstadt samt Ortsdurchfahrt richten. Bald könnte eine große Werbetafel die neue Optik trüben:  Nur widerwillig hat der Gemeinderat am Montag einem entsprechenden Bauvorhaben zugestimmt; genötigt durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts.

Die Geschichte beginnt im Sommer 2014, als ein Unternehmen aus Ober-Ramstadt bei der Stadt ein Baugesuch einreicht. Am Hirtenhaus, auf dem Gelände der Telekom, möchte die Werbe-GmbH zwei Reklametafeln aufstellen. Jeweils 3,60 Meter breit, 2,40 Meter hoch und in V-Form gebracht, sollen die Tafeln Autofahrern in der König­straße sofort ins Auge springen. Ein Eyecatcher an exponierter Stelle sozusagen. „Geht gar nicht“, waren sich Verwaltung und Gemeinderat einig und lehnten unisono ab. Grund: Mit großem baulichen Aufwand werde die Ortsdurchfahrt gerade aufgewertet. Die Riesen-Werbung konterkariere dieses Bestreben geradezu. Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis und später auch das Regierungspräsidium Tübingen lehnten den Antrag ebenfalls ab und stellten sich damit hinter die Stadt.

Der Bauherr indes zog vor das Verwaltungsgericht. Fünf Mann hoch reiste die höchstrichterliche Instanz im Juni zum Vor-Ort-Termin  an. Um Folgendes festzustellen und aktenkundig zu machen: Die Ortsdurchfahrt auf Höhe Bauhof sei keine reine Wohngegend, der Umgebungs-Charakter sogar eher einem Mischgebiet zuzuordnen. Deshalb gebe es keinen sachlich zwingenden Grund, dort Werbung abzulehnen. „Diesem Urteil müssen wir uns beugen“, stellte Bürgermeister Christopher Eh im Gemeinderat fest. Wenn auch zähneknirschend stimmte der Rat jetzt deshalb dem Baugesuch zu.

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