Munderkingen / Andreas Hacker  Uhr
In der Seelsorgeeinheit Donau-Winkel soll eine Gesamtkirchengemeinde entstehen. Mit der Ortssatzung ist eine der Hauptaufgaben fast geschafft.

Es ist ein langer Weg, der jetzt bald zu Ende geht: Mit dem Ausarbeiten einer Ortssatzung hat das Prozessteam aus acht Kirchengemeinden in der Seelsorgeeinheit Donau-Winkel eine der Hauptaufgaben auf dem Weg zu einer Gesamtkirchengemeinde fast geschafft. Der Entwurf steht, das kirchliche Verwaltungszentrum geht nochmals drüber und dann soll die Satzung bis zum Ende der aktuellen Amtszeit der Kirchengemeinderäte im nächsten Jahr in allen acht Gremien in Emerkingen, Grundsheim, Hausen am Bussen, Hundersingen, Munderkingen, Oberstadion, Unterstadion und Unterwachingen beschlossen werden.

„Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ heißt der Prozess, der nach Angaben von Pfarrer Dr. Thomas Pitour in der ganzen Diözese läuft und bei dem auch strukturelle Fragen bearbeitet werden. In der Seelsorgeeinheit Donau-Winkel war das so, dass nach einer Klausur aller acht Kirchengemeinderäte beschlossen wurde, zu prüfen, ob der Weg zur Gesamtkirchengemeinde möglich ist mit dem Ziel, eine Verwaltungsvereinfachung zu erreichen. Gesamtkirchengemeinde bedeutet, dass die einzelnen Kirchengemeinden selbstständig bleiben, aber bestimmte Aufgaben wie Personal, Kindergärten oder Bauvorhaben delegieren. Dazu würde gehören, dass eine Gesamtkirchenpflege eingerichtet wird, die diese Aufgaben hauptamtlich wahrnimmt. So würden pastorale Mitarbeiter vom Pfarrer bis zu ehrenamtlich Tätigen von vielen Verwaltungsaufgaben entlastet.

Der Prozess hin zu einer Struktur, wie sie in vielen Städten schon lange besteht und durch die zurückgehende Zahl an Pfarrern auch auf dem Land notwendig wird, wird von der Diözese unterstützt und auch finanziell gefördert. Zudem wird seit Einrichtung der Seelsorgeeinheit (SE) schon seit mehr als 15 Jahren pastoral auf dieser Ebene gearbeitet, wie Pfarrer Pitour erklärt: Alle pastoralen Mitarbeiter einschließlich Pfarrer und Pfarrvikar sind für alle acht Gemeinden tätig. Und in der Erstkommunionvorbereitung gibt es Ehrenamtliche, die die Katechese in allen Gemeinde durchführen. Wenn nun auch der Verwaltungsbereich auf SE-Ebene organisiert wird, sei das die bestmögliche Lösung, zumal sie auch finanziell von der Diözese gefördert wird, wenn man eine gemeinsame Kirchenpflege einrichtet. „Geschickt ist, dass jede Kirchengemeinde ihre Selbständigkeit und ihren Kirchengemeinderat behält und dennoch Aufgaben abgeben kann.“

Auch an den Eigentumsverhältnissen ändere sich nichts, und auch Spenden oder Feste etwa für eine Kirchenrenovation blieben für diesen Zweck gebunden. „Ich sehe darin eine Möglichkeit, die Gemeinden im Verwaltungsbereich mittelfristig fit für die Zukunft zu machen“, sagt Thomas Pitour. Während des Prozesses haben Vertreter wie Claudia Knäuer von St. Dionysius in Munderkingen die Ergebnisse immer in die Kirchengemeinderäte zurückgetragen, so dass alle über die Planungen informiert sind. Und es gibt auch schon erste Überlegungen über die Zusammensetzung eines zukünftigen Gesamtkirchengemeinderates.