Autobahn Abschnitt Ulm–Hohenstadt fast fertig

Sechsspurig rollt der Verkehr bereits auf einem Großteil der Ausbaustrecke über die Alb. Jetzt ist ein weiterer Abschnitt weitgehend fertig.
Sechsspurig rollt der Verkehr bereits auf einem Großteil der Ausbaustrecke über die Alb. Jetzt ist ein weiterer Abschnitt weitgehend fertig. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Von Thomas Steibadler 01.12.2018

Darauf warten zehntausende Auto- und Lkw-Fahrer, die täglich auf der A 8 zwischen Ulm und Stuttgart unterwegs sind: die Fertigstellung des sechsspurigen Ausbaus von Ulm-West bis Hohenstadt. Nach Mitteilung des Regierungspräsidiums (RP) Tübingen ist es jetzt soweit: Demnach stehen vom Wochenende an beide ausgebaute Richtungsfahrbahnen zur Verfügung.

Im vierten Bauabschnitt zwischen dem Rasthof Aichen und Widderstall unterhalb von Hohenstadt rollt der Verkehr bislang ausschließlich auf dem nördlichen Teil der Autobahn: zwei Spuren in Richtung Stuttgart, zwei Spuren in Richtung München, getrennt durch eine so genannte Betonleitwand. Diese Bündelung wird nun schrittweise aufgelöst – dem Regierungspräsidium zufolge voraussichtlich bis zum 17. Dezember.

Vorläufig Tempo 80

Allerdings müssten links und rechts der Fahrbahnen noch Restarbeiten erledigt werden. Aus diesem Grund stehen in beide Richtungen lediglich zwei von drei Fahrstreifen zur Verfügung. Trotzdem bringe die Trennung der Verkehre einen „deutlichen Gewinn“ an Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Autobahn, teilt das Regierungspräsidium mit. Zudem bleibt es im genannten Bauabschnitt beim Tempolimit von 80 Stundenkilometern. Mit diesen Einschränkungen müssen die Verkehrsteilnehmer voraussichtlich noch bis Sommer nächsten Jahres zurechtkommen. Spätestens dann hoffen die Einwohner in den Dornstadter Teilorten Tomerdingen und Temmenhausen auf Entlastung. Erst kürzlich hat Karl Knab, Vorsitzender der CDU/BWV-Fraktion, im Gemeinderat auf die Belastung entlang der Umleitungsstrecke hingewiesen. Sobald auf der Autobahn der Verkehr stocke, rolle die Blechkarawane durch die beiden Ortschaften. Das liege unter anderem an den Navigationsgeräten, die auf Staumeldungen gleich mit Umleitungs-Empfehlungen reagierten, sagte Knab. Sollte der sechsspurige Ausbau der A 8 nichts bringen, „müssen wir was unternehmen“.

Unerwartete Baugrundverhältnisse

Im Frühjahr 2012 war offizieller Spatenstich für den Autobahnausbau – damals auch Baustart der ICE-Neubaustrecke Ulm–Wendlingen. Als erstes wurde das 7,8 Kilometer lange Stück Dornstadt–Temmenhausen fertig, in der Projektbeschreibung des Regierungspräsidiums Bauabschnitt zwei. Dort, auf Höhe von Tomerdingen, war der Fels teilweise so massiv, dass er mit Sprengungen gelockert werden musste. Es folgte der Bauabschnitt drei, Temmenhausen–Aichen (6,7 Kilometer), in dem die A­ 8 besonders nahe an die parallel verlaufende Bahntrasse heranrückt. Auf etwa 1,8 Kilometern beträgt der Abstand nur 13,40 Meter. Im nun so gut wie fertiggestellten Abschnitt bis Hohenstadt (6,2 Kilometer) führten im vergangenen Jahr unerwartete Baugrundverhältnisse und schlechtes Wetter zu Verzögerungen. Inzwischen sind die Arbeiten dem Regierungspräsidium zufolge wieder im Zeitplan.

Auf 23 Kilometern sechsspurig

Auch der aktualisierte Kostenrahmen von 250 Millionen Euro wird RP-Sprecher Dirk Abel zufolge bislang eingehalten. Eingerechnet ist der Ausbau von Dornstadt in Richtung Osten auf 2,3 Kilometern. Innerhalb dieses ersten Bauabschnitts wird auch der Doppelanschluss Ulm-West/Ulm-Nord errichtet, an dem sich die Stadt Ulm mit 9,2 Millionen Euro beteiligt. Dort wird gerade die Fahrbahn in Richtung Stuttgart provisorisch verbreitet, um vorübergehend den gesamten Verkehr aufzunehmen. In drei Jahren soll auch dieser Abschnitt fertig sein. Dann rollt der Verkehr auf den ausgebauten 23 Kilometern sechsspurig.Für die weiteren knapp zwölf Kilometer in Richtung Osten bis zum Autobahnkreuz Ulm/Elchingen ist das Genehmigungsverfahren angelaufen. Umstritten an den Plänen der Autobahndirektion Südbayern ist vor allem der Lärmschutz. In Elchingen ist deshalb die Bürgerinitiative für besseren Lärmschutz an der A 8 und A 7 gegründet.

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Verkehrszeichen Im Zuge des A-8-Ausbaus zwischen Ulm-West und Hohenstadt wird die Nebelwarnanlage modernisiert. Dazu gehören 23 neue Schilderbrücken. Spätestens im zweiten Quartal 2019 sollen alle funktionieren. Die 12,3 Millionen Euro für die Anlage sind nicht in den Ausbaukosten enthalten. Auf bayerischer Seite reicht die Schilderbrücken-Strecke bis Riedheim bei Leipheim. Eine Verlängerung in Richtung Augsburg ist der Autobahndirektion Südbayern zufolge nicht geplant. dine

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