„Wo gab’s ein Problem?“ Viele Abiturienten reagierten wie der 19-jährige Yannick ahnungslos, wenn man sie auf die umstrittene Prüfung in Gemeinschaftskunde ansprach. Wer das Fach nicht in den schriftlichen Prüfungen hatte, an dem ging die Diskussion um die Frage, ob das Wort „Kategorienmodell“ im Unterricht behandelt worden war oder nicht, meist spurlos vorüber.

Trotzdem wurden natürlich auch an den hiesigen Gymnasien alle betroffenen Abiturienten über die Möglichkeit informiert, von der Prüfung zurückzutreten und den Nachschreibetermin am Freitag wahrzunehmen – selbstverständlich ohne vorher das erzielte Ergebnis zu kennen. „Bei uns will das niemand machen“, sagt der Wiblinger Schulleiter Bernhard Meyer. Gleiches ist von Schülern oder Lehrern der anderen Gymnasien zu hören.

Vater will klagen

Ein Ulmer Vater, der seinen Namen nicht nennen will, berichtet, dass sein Kind einen entsprechenden Informationszettel der Schule nicht unterschrieben habe. Er hält die Vorgehensweise für rechtlich nicht haltbar und behält sich vor, den Klageweg zu beschreiten. Diese Meinung vertritt auch ein weiterer Vater, der nach eigener Auskunft von Lehrern unterstützt wird.

Am Johann-Vanotti-Gymnasium sind sieben Abiturienten betroffen. Auch hier schreibt keiner nach. Das bestätigt Schulleiter Tobias Sahm. Ob der Begriff „Kategorienmodell“ im Unterricht verwendet wurde, konnte Sahm spontan nicht sagen. Allerdings handle es sich um einen gängigen Begriff in der wissenschaftlichen Literatur.

Das könnte dich auch interessieren: