Service Abenteuer Bahnfahrt nach Ulm

Langenau / Barbara Hinzpeter 23.06.2017

Am Abend ist alles in Butter: Die Bahnfahrt mit dem E-Rolli ist – wie empfohlen – am Tag zuvor telefonisch angemeldet und per E-Mail bestätigt. Doch Thomas Geltinger hat Zweifel. Er stolpert über Formulierungen wie „Hublift nein“ und „Rollstuhlstellplatz nein“ in der elektronischen Nachricht. Um 19.39 Uhr fragt er höflich per E-Mail bei der Mobilitätsservicezentrale nach, was das bedeutet. Um 19.49 Uhr erreicht ihn eine Nachricht, dass seine Reise storniert sei.

Fehler Für den 56-Jährigen steht damit fest: Alles ist wie immer, die Fahrt ist geplatzt. Trotzdem lässt er sich auf einen weiteren Versuch ein – auf einen erneuten Anruf bei der Mobilitätszentrale am nächsten Morgen. Der Mitarbeiter dort macht den Verursacher sofort aus: ein Softwarefehler. „Wenn wir etwas falsch eingeben, bekommt der Fahrgast automatisch die Nachricht, dass die Anmeldung storniert sei“, erklärt er. Das sei eine Falschmeldung, so etwas passiere öfter, bedauert der Mitarbeiter der Servicezentrale. „Sie sind nicht der Einzige, den das verwirrt.“ Die Reise könne jedoch getrost angetreten werden.

Die Spannung steigt

Ungläubig schüttelt Thomas Geltinger den Kopf, ist aber bereit, den Test fortzusetzen. Die Spannung steigt, als der Zug in den Langenauer Bahnhof einfährt. Die Türen öffnen und schließen sich. Es sieht eindeutig so aus, als werde der Zug  gleich ohne den Rolli weiterfahren. Doch dann erscheinen zwei Mitarbeiterinnen der Bahn an der wieder geöffneten Waggontür und legen eine Rampe an. Von einer angemeldeten Fahrt habe sie nichts gewusst, sagt die junge Zugbegleiterin. Auch die Lokführerin sei nicht vorbereitet gewesen, sondern habe gehandelt, als sie den Rollstuhl am Bahnsteig sah.

Bahn Wie sich dann herausstellt, hatte die Zentrale die Bediensteten so kurzfristig benachrichtigt, dass die nichts davon wussten. Letztlich war es ihrer spontanen Hilfsbereitschaft zu verdanken, dass Thomas Geltinger tatsächlich an diesem Tag „zum ersten Mal seit 2010“ mit der Bahn von Langenau nach Ulm fahren konnte. Fast alle Regionalzüge auf der Strecke könnten über eine Rampe erreicht werden, erklärt die Zugbegleiterin. Nur noch wenige alte Ersatzfahrzeuge seien dafür nicht geeignet. Thomas Geltinger hört es gerne. Jetzt muss halt nur noch die Software in der Zentrale zum Laufen gebracht werden – oder der Langenauer wird wieder spontan zum Bahnhof rollen und sein Glück versuchen.

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