International 18 Jugendliche erkunden Höhlen auf der Alb

Lernort Bärentalhöhle: Junge Forscher üben den Umgang mit dem Geologenkompass.
Lernort Bärentalhöhle: Junge Forscher üben den Umgang mit dem Geologenkompass. © Foto: Joachim Striebel
Seißen/Hütten / Joachim Striebel 02.08.2018
An der Oberfläche und in der Tiefe erkunden 18 Teilnehmer des Jugendhöhlenforschungslagers die Alb.

Endlich in der Kühle. Nach einem kleinen Anstieg durchs Bärental halten sich die jungen Leute gern in der Eingangshalle der Bärentalhöhle bei Hütten auf. Sie haben sich nicht etwa wegen der Hitze spontan zu einem Höhlenbesuch entschieden. Sie sind Teilnehmer des internationalen Jugendhöhlenforschungslagers (Juhöfola) des Höhlenvereins Blaubeuren, das noch bis Samstag nächster Woche läuft. Angeleitet von den beiden Geologen Martina und Christopher Cooper, die aus Stavanger (Norwegen) angereist sind, lernt die Kleingruppe im Geologiekurs den Umgang mit dem Geologenkompass. Ziel ist es, am Ende eine „Kluftrose“ zu zeichnen, eine Skizze, die die Haupt-Kluftrichtungen der Höhle anzeigt. „Etwas, was der Höhlenforscher wirklich braucht“, sagt Martina B. Cooper, die alles auf Englisch erklärt. Die vom Höhlenverein Blaubeuren (HVB) betreute Bärentalhöhle ist in den vorderen Bereichen zwar längst erforscht, aber ein gutes Übungsobjekt für die jungen Forscher.

Wie gefällt es den Teilnehmern?

Einer von ihnen ist Poyraz Runi Uhri aus der Türkei. Er ist in seiner Heimat Mitglied im Höhlenverein und hat dort schon lange Touren von bis zu acht Stunden absolviert. Er ist zum ersten Mal dabei beim internationalen Camp, das seine Zelte beim Heim des Höhlenvereins in Blaubeuren-Seißen aufgeschlagen hat. Die Geologie der Alb findet der 20-Jährige spannend. In der Bärentalhöhle bildet er zusammen mit Laura Niedermeier ein Team. Die 15-jährige Blaubeurerin hat über die vom HVB angebotene Höhlen-AG am Gymnasium zur Höhlenforschung gefunden. Aus Eichstätt kommt Katharina Nauderer (25). Ihr Interesse an Höhlen hat einen bestimmten Grund. Die junge Försterin hat in ihrem Revier ein altes Bergwerk und eine Schachthöhle. Zur Erkundung der Hohlräume will sie die richtige Befahrungstechnik lernen. Sie lobt das Team des „Juhöfola“: „Eine motivierte Truppe mit naturwissenschaftlichem Anspruch.

Übung

Während das internationale Team weiter in die Tiefe der Bärentalhöhle vordringt, üben andere unter Leitung des HVB-Vorsitzenden Markus Boldt im neu gebauten Schacht der Blaubeurer Vetterhöhle die „Einseiltechnik“ und die Anwendung der elektronischen Peiltechnik. Das Thema Sicherheit wird beim Höhlenforschungslager groß geschrieben – nicht erst seit den spektakulären Höhlenrettungen in der Riesending-Höhle bei Berchtesgaden und in der Tham Luang-Höhle in Thailand.

Angebot und Touren

Die 18 Teilnehmer des „Juhöfola“, die aus England, Frankreich, Belgien, Deutschland und aus der Türkei kommen, sind nicht nur unter Tage aktiv. Jochen Duckeck vom Höhlen- und Heimatverein Laichingen unternimmt mit ihnen Geologie-Touren an der Oberfläche. Unter anderem geht’s ins Lonetal zur Loneversickerung und in den Meteorkrater bei Steinheim. „Das ist das touristische Programm“, sagt Duckeck. Am Montag führt er die Gruppe aber doch in die Tiefe: In die acht Grad kühle Laichinger Tiefenhöhle.

Plätze frei bei Exkursion über die Alb

Verein Der im Jahr 2008 gegründete Höhlenverein Blaubeuren bietet alle zwei Jahre das internationale Jugendhöhlenforschungslager an. Geleitet wird es von Petra Boldt, der Jugendreferentin des Vereins. Sie verfügt über reiche Erfahrung und ist Vorsitzende des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung Baden-Württemberg.

Unterstützung Für diese spezielle Art der Jugendfreizeit sei es schwierig, an öffentliche Förderungen zu kommen, sagt Petra Boldt. Sie ist dankbar für eingegangene Spenden und Zuschüsse und für die Unterstützung in Seißen: Ortsvorsteherin Barbara Rüd sorgt zusammen mit anderen Helferinnen fürs warme Abendessen.

Busfahrt Nicht nur für die Teilnehmer des Höhlen-Camps gedacht ist eine von Jochen Duckeck vom Höhlenverein Laichingen geleitete Busexkursion am Montag, 6. August. Abfahrt ist um 9 Uhr beim „Höfohaus“ in Seißen, besichtigt werden zunächst die Laichinger Tiefenhöhle und das dortige Höhlenmuseum. Weiter geht es nach Unterdrackenstein zur Besichtigung einer Karstquelle, der Mariengrotte und eines Wasserfalls. Über zwei Aussichtspunkte führt die Exkursion über Wiesensteig nach Hohenstadt, zum Bahn-Steinbühltunnel und zur Hessenhauhöhle. Rückkehr ist gegen 17 Uhr. Es sind noch wenige Plätze frei, Anmeldung bei Petra Boldt, Tel. (0174) 746 30 11.

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