"Wir werden die Bürger in den Bahnhof einladen"

STEFAN CZERNIN 03.09.2012
Christian Skrodzki über spärliches Interesse am Bahnhof und eigene Pläne. Und er erklärt, warum das Gebäude aus seiner Sicht ein Schnäppchen war.

Herr Skrodzki, warum bezahlen Sie und ihr Geschäftspartner 29 000 Euro für einen heruntergekommenen Bahnhof in Thalfingen?

CHRISTIAN SKRODZKI: 29 000 finde ich für einen Bahnhof mit 3600 Quadratmetern Grund nicht viel. Auch in diesem Zustand. In Bahnhöfe haben wir uns ein Stück weit verliebt. Das Kriterium beim Thalfinger Bahnhof war Nähe. Und das Gebäude hat uns auf dem Papier gefallen. Wir haben geglaubt, den bekommen wir nie. 35 000 Euro waren unser Limit. Er ist aber ganz sicher viel mehr wert.

Ein Genossenschaftsmodell à la Leutkirch wird es in Thalfingen also nicht geben?

SKRODZKI: Dazu hätte die Gemeinde den Bahnhof kaufen müssen.

Und das hat sich nicht, sie ist in der Auktion unterlegen. . .

SKRODZKI: 25 000 Euro als Höchstgebot fand ich niedrig angesetzt. Das Interesse der Gemeinde am Bahnhof war vermutlich nicht groß.

Sind denn schon Ideen aus der Thalfinger Bürgerschaft gekommen?

SKRODZKI: Noch nicht. Ein örtlicher Bauhandwerker und ein Ehepaar aus der Nachbarschaft des Bahnhofs haben sich gemeldet, ihr Interesse bekundet. In den kommenden Wochen werden wir die Bürger zu einem Tag der offenen Tür in den Bahnhof einladen.

Und wenn nichts kommt?

SKRODZKI: Momentan würde ich sagen: Ins Dachgeschoss kommt eine Wohnung rein. Im ehemaligen Schalterraum würde wunderbar eine Werbeagentur, ein Ingenieurbüro reinpassen, in den Lagerschuppen ein Kleinhandwerker oder ein Bandproberaum.

Was ist am Thalfinger Bahnhof bislang passiert, was steht an?

SKRODZKI: Wir haben viel Müll entsorgt. Die kaputten Fenster sind beim Schreiner, die ganzen werden mit Holz geschützt. Das Schuppendach reparieren wir. . . Wir rechnen mit 150 000 Euro für die Sanierung.