Freizeit „Unser Garten mit Pool“

Langenau / BARBARA HINZPETER 14.08.2018
Im Herbst geht die Sanierung des Sanitärbereiches im Langenauer Naubad los.

Ja, das ist überfällig“, sagt eine Rentnerin und meint die Renovierung der Sanitäranlagen im Langenauer Freibad. Zusammen mit Mann und Enkel verbringt sie den heißen Sommertag im Schwimmbad. Sie ist gut ausgerüstet, die Kühltasche ist gefüllt mit Proviant. „Ich bin hier daheim.“ Von Kindesbeinen an nutze sie jeden halbwegs schönen Tag, manchmal auch nur ein oder zwei Stunden, für einen Abstecher hierher. So machen es viele Langenauer, denen das Areal mit Liegewiesen, Wasserbecken, Schachspiel, Volleyballfeld und nun auch das Bücher-Tauschregal viel bedeuten. Die Stammgäste freuen sich, dass die Sanitäranlagen erneuert werden.

Aufträge vergeben

Dass der Trakt in die Jahre gekommen ist, erschließt sich auf den ersten Blick. Das Gebäude erinnert an den Charme der 70er Jahre. Eine Glasscheibe ist gesprungen, alles wirkt eng und nicht sehr einladend. Knapp 600 000 Euro wird die Sanierung kosten, die der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) im April beschlossen hat. In der jüngsten Sitzung wurden die ersten Aufträge dazu vergeben.

Optisch werden sich die Kabinen und Schließfächer am Farb- und Materialkonzept des Hallenbads orientieren. Künftig werde aus allen Duschen im Sanitärbereich warmes Wasser fließen, verspricht Beigeordneter Christoph Schreijäg beim Termin im Schwimmbad. Zwischen den Anlagen für Damen und Herren mit wie bisher drei Duschen gibt es künftig vier Familien-Umkleiden. Weitere sechs Wechselkabinen sind vorgesehen, zudem je 60 abschließbare Halbschränke sowie Wert- und Helmfächer. Für Badegästen mit Handicap gibt es Behinderten-Toiletten im Hallenbad.

Wie wichtig den Langenauern ihr Bad ist, hat sich einmal mehr beim Kinderfestempfang gezeigt. Beifall gab’s, als Bürgermeister Daniel Salemi in seiner Rede die Sanierung ankündigte. Deutlich wurde dabei auch, dass Parkplatzsituation und Verkehr in der Wörthstraße weiter Ärger verursachen (siehe Infobox).

Auch das Rentner-Ehepaar im Freibad schimpft über den „Schildbürgerstreich“. Davon abgesehen „ist es toll hier“, sagt die Langenauerin. „Für uns ist das unser Garten mit Pool.“ Sie und ihr Mann machen es sich auf ihren eigenen Liegestühlen bequem. Die bringen sie beim ersten Besuch im Frühjahr mit und verstauen sie im Umkleidetrakt. „Das wird auch künftig möglich sein“, betont Bäder-Betriebsleiter Walter Gautsch. Auch Familien genießen den Tag im Bad. Unweit des Schwimmerbeckens haben drei Mütter und ihre Kinder Handtücher ausgebreitet. Die Frauen kommen mit dem Nachwuchs, so oft es ihnen möglich ist. Auf die Frage, was sie daran so toll findet, antwortet Emily (9) prompt: „Das Baden.“ Aber auch die breite Rutsche und die Sprungbretter am Becken gefallen ihr und ihren Freundinnen. Die großen Ferien beginnen optimal für die Wasserratten.

Auch im Kleinkindbereich herrscht Hochbetrieb. Die hügelige Wasserlandschaft ist charakteristisch fürs Naubad. Sie wirkt modern, wird aber 2019 bereits 30 Jahre alt – und muss laut Rudolf Dick vom Bauamt ebenfalls saniert werden. Das soll im Winter 2019/20 geschehen. Die Entscheidung, wie die Becken einmal aussehen werden, ist noch nicht gefallen. Völlig veraltet ist laut Walter Gautsch die Technik im Kinderbereich, die ebenfalls nach der nächsten Badesaison erneuert werden soll. Je nach Art der Sanierung fallen Kosten zwischen 900 000 und 1,16 Millionen Euro an. Doch zunächst ist der Sanitärbereich dran. Sobald das Bad im Herbst schließt, legen die Handwerker los.

Straßenregelung wird kritisiert

Wörthstraße Überfüllter Parkplatz beim Naubad und Staus auf der Wörthstraße, weil Autos auf den aufgezeichneten Stellflächen stehen – für viele Langenauer ein Schildbürgerstreich. Bürgermeister Daniel Salemi versuchte beim Kinderfest-Empfang die Situation zu erläutern: Die breiten Geh- und Radwege entsprächen den Normen, davon könne nichts für Parken abgezwackt werden, sonst würde das Land den Zuschuss zurückfordern. Mehr Parkplätze zu bauen, wäre nicht vertretbar gewesen: Eng werde es nur an wenigen Sonnentagen. Und dafür eine Million Euro zu investieren, wäre „kein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Geldern“. Salemi: „Aber vielleicht fällt uns oder Ihnen ja noch was ein. Wir werden sehen.“

Zahlen 42 000 Besucher wurden heuer bis Ende Juli gezählt, 2017 waren es zu diesem Zeitpunkt 40 000. Unterhalt und Sanierung sind Daueraufgabe. 2005/06 wurden das große Becken und die Wassertechnik komplett saniert und umgestaltet sowie der Außenbereich angepasst. hib

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