Gottesdienst „Mit Kirchen verbinden wir Heimat“

Sießen / Von Clemens Schenk 26.07.2018

Großer Festtag in Sießen im Wald. Die katholische Kirchengemeinde  St. Maria Magdalena  Sießen i.W. hat ihr jährliches Hochfest, das Kirchenpatrozinium gefeiert. In diesem Jahr war dies ein besonderer Tag, denn nach der umfassenden Innenrenovierung und in Teilen Neugestaltung des Gotteshauses fanden die Festlichkeiten erstmals wieder in der Wallfahrtskirche St. Maria Magdalena statt. „Heute ist ein Tag der Freude“, sang der Gesangverein zu Beginn des Festgottesdienstes. „Schön, dass wir nach der langen Vakanz unsere Kirche wieder haben.“

Bis es jedoch soweit war, mussten sich die vielen Gläubigen noch ein wenig gedulden, noch war die Türe zur Kirche zu. So versammelte sich eine sehr große Zahl erwartungsfroh auf dem Kirchplatz vor der Kirche beim Marienbrunnen. „Beten kann ich überall, dazu brauche ich nicht in die Kirche zu gehen.“ So könne man viele Zeitzeugen heute reden hören, sagte Pfarrer Martin Ziellenbach in seiner Begrüßung vor dem Gemeindehaus. Und doch sei es gut, dass es Orte und Räume des Gebetes gebe. „Unsere Kirche ist ein solcher Ort“. Erfreut ergänzte er: „Heute feiern wir nicht nur das Kirchenpatrozinium St. Maria Magdalena, sondern auch die Wiedereröffnung und Einweihung unserer Pfarrkirche.“ Diese sei nicht nur eine Pfarrkirche, sondern „eine Wallfahrtskirche mit großer Strahlkraft und auch die größte Kirche unserer Seelsorgeeinheit Schwendi“.

Einzug mit Orgelklang

Des Pfarrers besonderer Gruß galt auch dem mal wieder in seiner Heimatgemeinde weilenden Pater Richard Ströbele. In einer Prozession ging es, begleitet vom Musikverein Hörenhausen zur Kirche. Unter Orgelklängen zogen die Gläubigen in „ihre“ Wallfahrtskirche ein. Die Festpredigt hielt Pfarrer Martin Ziellenbach, der die Situation „der Kirche und der Kirchen“ in der heutigen Zeit beleuchtete. „Mit Kirchen verbinden wir Heimat auch nach langer Zeit. Hier bin ich getauft worden. In dieser Kirche haben wir geheiratet.“ Kirchen blieben oft wertvolle Spuren und Zeugnisse der eigenen Lebensgeschichte, sagte der Pfarrer. Er bat um Verständnis für die Dauer der Renovierungsarbeiten und dankte allen für ihre Unterstützung.

Am 20. Oktober 2018 werde der neue Altar von Weihbischof Thomas Maria Renz geweiht. Zudem blicke die Gemeinde in diesem Jahr auf 200 Jahre Kirchengemeinde Sießen i.W. zurück. Die Segnung des Weihwassers, der Kirche, der Gläubigen, der Medaillen von der Renovierung und Jubiläum, sowie der neuen Gebetsnische in der Wallfahrtskirche wurde von Pfarrer Ziellenbach vorgenommen.

Auch der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderates Anton Thanner dankte vielen für die Hilfe „bei diesem großen Projekt“. Der Männergesangverein „Cäcilia“ gestaltete unter der Leitung von Janine Liebisch den Festgottesdienst. In der Gemeindehalle wurde kräftig weitergefeiert. Der Musikverein Hörenhausen unterhielt unter der Leitung von  Wilfried Thanner die Gäste mit Blasmusik.

Später sangen die Schülerinnen und Schüler  des Schulchores der Grundschule Sießen i.W. unter der Leitung von Anni Rueß. Erst nach einer Zugabe durften sie von der Bühne. Auch Ortsvorsteher Wolfgang Thanner zeigte sich zufrieden und meinte „Schön, dass wir unsere Wallfahrtskirche wieder haben, da ist das Herz dabei“.

Besichtigung den ganzen Tag über

 Urteil Viele Gläubige besuchten nach dem Festgottesdienst und auch während des ganzen Tages die Kirche und machten sich ein Bild vom Ergebnis der umfassenden Innenrenovierung der Sießener Wallfahrtskirche St. Maria Magdalena. Das allgemeine Urteil vieler: Schön sei sie geworden die Kirche. Dabei hatte es schon im Vorfeld rege Diskussionen in der Bevölkerung gegeben, weil neben der Renovierung auch eine Umgestaltung des Altarbereiches geplant war.

Orgel Architekt und Ingenieur gaben auf Fragen bereitwillig Auskunft über Details und Besonderheiten der Renovierungs- und Umgestaltungsarbeiten. „Man kann es nicht allen Recht machen“, so ihr Tenor, aber „es wird“, sind sie optimistisch. Und: Im Winter werde die ganze Kirchenorgel mit Umfeld noch richtig saniert.

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