Gundremmingen Ausbildung im Atomkraftwerk: „Mir gefällt es hier sehr gut“

Toni Schuster ist Azubi im AKW Gundremmingen.
Toni Schuster ist Azubi im AKW Gundremmingen. © Foto: Tobias Schmidt
Gundremmingen / nid 27.10.2017
Toni Schuster aus Leipheim macht seine Ausbildung zum Industriemechaniker im AKW Gundremmingen. Im Interview berichtet er von seinem Alltag.

Toni Schuster aus Leipheim hat am 1. September seine Ausbildung im AKW Gundremmingen begonnen. Er hat den Einstellungstest – Wechsel eines Fahrradhinterreifens – ebenso bestanden wie die Zuverlässigkeitsprüfung und eine arbeitsmedizinische Untersuchung samt großem Blutbild. Der 18-Jährige lernt Industriemechaniker, Arbeitsbeginn: 7.15 Uhr, Fünf-Tage-Woche. In den ersten beiden Jahren ist sein Arbeitsplatz nur die Lehrwerkstatt.

Herr Schuster, eine Ausbildung im Atomkraftwerk wäre wohl nicht für jeden die erste Wahl. Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Toni Schuster: Ausschlaggebend war für mich, dass ich gehört hatte, dass hier eine gute Ausbildung geboten wird. Ich kenne ein paar der Azubis. Und der Freund meiner Schwester, der Maschinenbau studiert, hat mir nach einer Kraftwerksführung auch hierzu geraten. Dazu kommt, dass ich die Kühltürme von daheim aus sehe und das Kraftwerk zur Region gehört. Also habe ich mich beworben.

Dass das Ende der Atomkraft absehbar ist, stört Sie nicht?

Ach, in einem anderen Betrieb weiß man doch auch nicht, was nach der Ausbildung ist. Meine Ausbildung ist ja in den ersten beiden Jahren komplett allgemein gehalten, sodass ich nicht auf die Atombranche festgelegt bin. Andererseits wird man zum sicheren Rückbau gerade auch Industriemechaniker brauchen.

Viele Menschen haben Angst vor Atomkraft, wie sehen Sie das?

Bei mir ist das nicht so. Auch bei den Leuten hier in der Region überwiegt meines Erachtens die Zustimmung. Ich bin überzeugt, dass die Anlage sicher ist, dass da nichts passiert.

Wie war denn die Resonanz auf ihre Betriebswahl bei Familien und Freunden?

Alle haben sich sehr für mich gefreut. Mein Vater hat gleich angeboten, mir den Roller für die Fahrt zur Arbeit zu überlassen. Ich war ja erst 17. Seit ich 18 bin, nehme ich das Auto.

Und was sagen Sie selbst?

Mir gefällt es hier gut, sogar sehr gut. Das ist der richtige Arbeitgeber für mich. Obwohl das Kraftwerk ja kein kleiner Betrieb ist, grüßt man sich, die älteren Kollegen gehen mit uns Azubis offen um und teilen ihr Fachwissen mit uns. Das finde ich toll.

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