Spendenaktion „Herzenswünsche“ in Langenau erfüllen

Rund 150 Herzen von Kindern und älteren Menschen: Manuela Schurr hat eine Spendenaktion in Langenau gestartet.
Rund 150 Herzen von Kindern und älteren Menschen: Manuela Schurr hat eine Spendenaktion in Langenau gestartet. © Foto: Oliver Heider
Langenau / Oliver Heider 03.12.2018

Seit Montagmorgen, 9 Uhr, hängen in der Sparkasse Langenau rund 150 rote Herzen – an einem Weihnachtsbaum, im Eingangsbereich. Auf jedem einzelnen ist ein – aus Datenschutzgründen – anonymer „Herzenswunsch“ notiert: Neben vielen materiellen Dingen wie Spielsachen, Winterschuhen oder einer Wanduhr bittet so mancher auch nur darum, spazieren oder Eis essen zu gehen.

Besonders nachdenklich mache es sie, wenn Menschen auf Unterhosen oder Waschlotion hoffen, sagt Manuela Schurr. „Das ist traurig.“ Die 38-Jährige ist die Initiatorin der Aktion „Herzenswünsche“. In den vergangenen Wochen hatte sie soziale Einrichtungen in Langenau abgeklappert: Das Pflegeheim Sonnenhof sei zum Beispiel ebenso darunter gewesen wie der Tafelladen, die Bruderhaus-Diakonie und das Mehrgenerationenhaus. Auch tumor- und leukämiekranke Kinder in Ulm sollen profitieren, sagt Schurr. In allen Einrichtungen fand die Mutter dreier Kinder im Alter von zehn, elf und zwölf Jahren „kranke und hilfsbedürftige Kinder und ältere Menschen“, wie sie erklärt. Leute also, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. „Ich hoffe, dass es unter uns so viele tolle Langenauer gibt, dass wir all diesen Menschen ein Stückchen das Weihnachtsfest versüßen können“, erklärt Schurr.

Die Idee ist einfach: Jeder, der eine gute Tat vollbringen will, nimmt ein Herz mit, erfüllt den darauf notierten Wunsch und gibt das Geschenk bis zum 16. Dezember bei Schurr ab. Sie verteilt die Gaben dann an die Bedürftigen, die zwischen wenigen Monaten und 98 Jahren alt seien.

Vorbild, so erzählt Schurr, sei eine Aktion im niedersächsischen Rinteln gewesen, von der sie erfahren habe. Weil die Langenauerin ihr Projekt in der Naustadt rasch umsetzen wollte, hat sie einen Großteil der Arbeit selbst gestemmt. Auch in dem Wissen, dass es skeptische Bürger gibt. „Ich hab’ mir auch schon einiges anhören müssen“, sagt sie. Etwa, ob wirklich Bedürftige profitieren. Oder ob sie Geschenke gegen Billigeres austausche, bevor sie die Gaben weiterreicht. Das sei nicht der Fall, versichert Schurr. Und: „Es sind nur Bedürftige.“

Sie stehe voll hinter der Spendenaktion, die aus ihrer Sicht gerne auch ab kommenden Jahr über die Hilfs-Initiative „Du & ich“ abgewickelt werden könne. Dazu sei sie schon in Gesprächen gewesen mit Bürgermeister Daniel Salemi, dem Vorsitzenden der Initiative. In der Kürze der Zeit sei aber keine Entscheidung möglich gewesen. Dennoch ist Schurr guter Dinge: „Die Langenauer sind zwar manchmal bruddlig, sie nehmen die Aktion aber bestimmt an.“

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