Spendenaktion „Herzenswünsche“ berühren viele Langenauer

Manuela Schurr ist überwältigt von der Resonanz, die ihre Spenden-Aktion „Herzenswünsche“ erzeugt hat.
Manuela Schurr ist überwältigt von der Resonanz, die ihre Spenden-Aktion „Herzenswünsche“ erzeugt hat. © Foto: Oliver Heider
Langenau / Oliver Heider 04.12.2018
Eine neue Spendenaktion kommt in der Naustadt gut an. Initiatorin Manuela Schurr ist überwältigt von der Resonanz.

Innerhalb von etwas mehr als 24 Stunden waren fast alle roten Herzen weg. Rund 150 davon hatte Manuela Schurr am Montagmorgen um 9 Uhr in der Sparkasse am Marktplatz in Langenau an den Weihnachtsbaum im Foyer gehängt. Dass schon Dienstagmittag kaum mehr Zettel übrig waren, findet sie „gigantisch toll“, sagt die 38-jährige Initiatorin der Spenden-Aktion „Herzenswünsche“.

Auf den roten Papier-Herzen hatten kranke, hilfsbedürftige Kinder und ältere Menschen ihre Wünsche – aus Datenschutzgründen anonym – notiert. Neben vielen materiellen Dingen wie Spielsachen, Winterschuhen oder einer Wanduhr bittet so mancher auch nur darum, spazieren oder Eis essen zu gehen. Zahlreiche Langenauer haben nun diese roten Herzen abgehängt und wollen die Geschenke bis 16. Dezember bei Schurr abgeben, die sie dann weiterleitet.

Den „rasanten“ Erfolg führt Schurr unter anderem auf ihren großen Freundeskreis und „Werbung“ in den sozialen Netzwerken zurück. Alleine auf Facebook sammelte sie binnen Tagesfrist gut 200 Likes ein; noch mehr Menschen teilten Schurrs Beitrag. Das traf offenbar den Nerv der Langenauer.

Unterstützung für Hilfsbedürftige

Wie berichtet, hatte Schurr in den vergangenen Wochen mit sozialen Einrichtungen in Langenau kranke und bedürftige Menschen im Alter von wenigen Monaten bis 98 Jahren ausfindig gemacht. Tumor- und leukämiekranke Kinder in Ulm sollen ebenfalls profitieren.

Schurr jedenfalls fühlt sich aufgrund der großen Resonanz bestätigt und plant, die Aktion nächstes Jahr auf jeden Fall zu wiederholen. „Die Leute können auf mich zukommen“, erklärt die 38-Jährige. Denn: Es sei sehr schwierig, an Bedürftige – von denen es in Langenau noch mehr geben dürfte – heranzukommen.

Kritische Stimmen

Das ist es auch, was Kritiker bei solchen Spendenaktionen auf den Plan ruft. Bedenkenträger sind auch Schurr über den Weg gelaufen: „Ich hab’ mir auch schon einiges anhören müssen“, sagt die Mutter dreier Kinder. Etwa, ob wirklich Bedürftige profitieren. Oder ob sie Geschenke gegen Billigeres austausche, bevor sie die Gaben weiterreicht. Das sei nicht der Fall, versichert Schurr. Und: „Es sind nur Bedürftige.“

Um Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, könnte daher eine Kooperation mit der Langenauer „Initiative Du & ich“ sinnvoll sein. Gesprächsbereitschaft darüber hat Schurr bereits eigenen Angaben zufolge signalisiert. Doch jetzt freut sie sich erst einmal darüber, dass ihre Aktion dieses Jahr so gut angenommen wird – und vielen Kindern und alten Menschen das Weihnachtsfest versüßt werden kann.

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