Beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Gemeinden und Gewerbevereinigungen Nellingen und Merklingen hat Gastgeber Franko Kopp gleich zu Beginn seiner Rede „das gute Miteinander“ beider Gemeinden hervorgehoben. „Wir pflegen Kommunikation anstatt Konfrontation“, sagte der Nellinger Bürgermeister. Im Vordergrund stehe, „beide Kommunen zukunftsfähig zu machen“.

Im Ort selbst, der inzwischen knapp 2050 Einwohner zählt, „übrigens 20 mehr als Merklingen“, ist man mit 2018 „mehr als zufrieden“ gewesen. Nach „langwierigen Verhandlungen“ sei es gelungen, Flächen für 31 neue Bauplätze zu erwerben. „Die Voranfragen übertreffen das Angebot jetzt schon bei weitem“, sagte Kopp. Ähnlich sieht es im Gewerbegebiet „Oppinger Grund III“ aus, wo im Frühjahr mit der Erschließung begonnen wird. „Alle Flächen sind vorreserviert“, freute sich der Nellinger Bürgermeister, der auch an den gestellten Zuschussantrag für ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug erinnerte. Dieses Feuerwehrauto sei auch für Einsätze auf der Autobahn gedacht.

Ein weiteres Thema, das Kopp anriss, war das neue Seniorenzentrum, für das in der zweiten Jahreshälfte der Startschuss fallen werde. Über die seit Jahren diskutierte Ostumfahrung wolle er erst in der nächsten Gemeinderatssitzung am 18. Februar Näheres sagen. Ganz besonders freute sich Kopp darüber, dass die Landesbauordnung dahingehend geändert wird, dass in Zukunft Wohnungen in der Ortsmitte neben nicht mehr genutzten Stallungen gebaut werden dürfen.

Klar, das geplante interkommunale Gewerbegebiet auf den Markungen Merklingen und Nellingen wurde beim Empfang in der Festhalle ebenfalls angesprochen. Kopp sprach „vom richtigen Weg“, die Menschen in der Region rechtzeitig in den Diskussionsprozess einzubinden. Für ihn sei dieses Projekt „eine einmalige Chance“, für nachfolgende Generationen ortsnah weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Die Weiterentwicklung des Gebietes müsse „mit Maß und Ziel schrittweise erfolgen“, peu à peu in kleinen Abschnitten von 10 bis 15 Hektar.

„Da stimme ich Bürgermeister Kopp völlig zu und vertrete die gleiche Zielrichtung“, erwiderte der Merklinger Rathauschef Sven Kneipp. „Es gilt dabei, immer den Blick auf das Wohl der Gemeinde und nicht auf Einzelinteressen zu richten“, fügte er hinzu.

Während seines Rückblicks auf das Jahr 2018 sprach Kneipp unter anderem das neue Backhaus, den Beginn der Umgestaltung der Dorfmitte sowie die Erschließungen weiterer Flächen im Gewerbegebiet Brühl und für den vierten Bauabschnitt im Neubaugebiet Lindenstraße an. Außerdem erinnerte er an die neue Abwasserleitung und den Retentionsbodenfilter. Er zeigte sich erleichtert, dass das Land die Mehrkosten für den Bau des neuen Bahnhofes übernehme. In den nächsten Jahren werde sich die Gemeinde vor allem auf die Fortführung der Glasfaserversorgung konzentrieren. In diesem Zusammenhang erinnerte er an den Ausbau der Backbone-Trasse zwischen Nellingen und Merklingen. Abschließend sagte Kneipp, dass Merklingen und Nellingen „ein verdammt hohes Niveau bei den Infrastrukturen erreicht haben“.

Die Bedenken ernst nehmen

Dem stimmte Herbert Bühler, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Nellingen (WVN), voll und ganz zu. In seinem Rückblick erinnerte er daran, dass Nellingen zusammen mit Merklingen und vier weiteren Kommunen einer der Sieger des Ideenwettbewerbs „Lokaler Online-Marktplatz“ in Baden-Württemberg wurde. „Das ist die Zukunft. Wir können in der Region unsere lokalen Stärken präsentieren.“ Wie etwa beim „Tag des offenen Betriebes“ im April, der „ein großer Erfolg war“. Den nächsten werde es turnusgemäß nicht 2021, sondern erst ein Jahr später geben. Der Grund: Dann feiert die WVN ihren 20. Geburtstag.

Martin Fink, Vorsitzender des Gewerbevereins Merklingen, der sich wie sein Vorredner für das Gewerbegebiet zwischen beiden Gemeinden aussprach, bat die Bürgermeister, „die Anregungen und Bedenken der Bürger bei diesem Thema ernst zu nehmen“. Man müsse den beschrittenen Weg „mit Sorgfalt“ gehen. Dann würden alle davon profitieren.

Neujahrsempfang im jährlichen Wechsel


Nachbarn Es hat Tradition, dass Handel, Wirtschaft und Handwerk der Nachbargemeinden Nellingen und Merklingen gemeinsam einen Neujahrsempfang veranstalten. Vergangenen Dienstagabend waren die Nellinger Gemeindeverwaltung und der örtliche Gewerbeverein die Einladenden. Knapp 70 Gemeinde- und Ortschaftsräte, Vertreter von Vereinen sowie Gewerbetreibende beider Kommunen kamen in die Festhalle nach Nellingen, um auf das Jahr 2019 anzustoßen. Erstmals gab es eine musikalische Unterhaltung, und zwar mit dem Trio „Georges Finest“ und den „Music Kids“ unter der Leitung von Brigitte Kölle. 2020 ist der Neujahrsempfang dann wieder in Merklingen.