Region "Ein Wetter wie im Winter"

Beste Bedingungen auf den Pisten in der Region: In Blaubeuren-Beiningen reicht Liftbesitzer Erich Straub Skifahrern den Bügel. Fotos: Lars Schwerdtfeger
Beste Bedingungen auf den Pisten in der Region: In Blaubeuren-Beiningen reicht Liftbesitzer Erich Straub Skifahrern den Bügel. Fotos: Lars Schwerdtfeger
Region / JOACHIM STRIEBEL 30.12.2014
"Wir haben Schnee ohne Ende", sagt Erich Straub vom Skilift Beiningen. Dort und auf der Laichinger Alb sind die Pisten präpariert und einige Loipen gespurt. Südlich der Donau verzögert sich der Saisonstart.

Das Loipenspurgerät der Familie Wiedemann ist kaputt: Kolbenfresser. "Wir sind eineinhalb Jahre lang nicht mehr gefahren", sagt Jürgen Wiedemann, der sich gemeinsam mit seinem Onkel Hans Wiedemann um die Haseltal-Loipe in Aletshausen-Winzer im Kreis Günzburg sorgt. Als der Motorschlitten jetzt gebraucht wurde, sprang er nicht an. Hans Wiedemann brachte ihn zur Reparatur ins Allgäu und hofft, heute die Drei-Kilometer und die Sechs-Kilometer-Loipe, einschließlich Skating-Spur, anlegen zu können. Die Schneehöhe ist mit 20 Zentimetern ausreichend.

Die Schneefälle, die auch im Flachland ergiebig ausfielen, sind der Grund dafür, dass sich Skilangläufer in Bellenberg im Illertal noch etwas gedulden müssen: "Wir sind jetzt vollauf mit dem Winterdienst beschäftigt", sagt ein Mitarbeiter des Bauamts. Der Sport komme erst an zweiter Stelle. Bleibe der Schnee länger, werde noch gespurt.

Freiwillige setzen sich in Blaubeuren-Seißen ans Steuer des betagten Pistenbullys, um die Zwölf-Kilometer-Loipe anzulegen. Ortsvorsteherin Barbara Rüd hat am Sonntag die Information von der Eröffnung aufs Ansageband gesprochen und ins Internet gestellt. "Eine halbe Stunde später waren schon die Ersten da", berichtet sie.

Ebenfalls am Sonntag hat Erich Straub seinen Skilift in Blaubeuren-Beiningen in Betrieb genommen - nachdem im vorigen Winter wegen Schneemangels kein Skifahren möglich war. "Wir haben Schnee ohne Ende, das ist gigantisch", berichtet er. Obwohl schon am Samstag die Schneemenge für Ski und Rodel ausgereicht hätte, wollte Straub zunächst die Piste sorgfältig präparieren. Dazu hat er kürzlich einen zweiten, gebrauchten Motorschlitten gekauft. In den vergangenen zwei Jahren musste er das Getriebe und das Seil des Schlepplifts erneuern. Auch deswegen hofft er, dass der Winter nicht nur ein kurzes Gastspiel gibt. "Die Prognose ist gut", meint Straub, der während der Schulferien den Lift täglich von 10 bis 19 Uhr laufen lässt.

"Wenn in den Ferien Schnee liegt, sind das unsere Haupt-Betriebstage", berichtet Kurt Pöhler, Geschäftsführer des Skilifts in Laichingen. "Wir hoffen, dass die Kinder raus wollen und nicht nur an der Playstation sitzen", sagt Pöhler, der gestern von "perfekten Verhältnissen" sprach: Pulverschnee, rund 30 Zentimeter hoch. Schlepplifte und Schlittenlift sind in Betrieb, auch die Loipen konnten inzwischen gespurt werden.

Franz Bek vom Skizentrum "Halde" in Westerheim schickte gestern einen Mitarbeiter mit der Raupe auf die Langlauf-Route. Wenn auch wegen Verwehungen nochmals gespurt werden müsse, sei "die Spur schon mal festgedrückt". In Westerheim waren gestern alle vier Lifte in Betrieb. Bei Temperaturen um sechs Grad unter Null herrschte leichter Schneefall. "Es ist eben ein Wetter wie im Winter", scherzt Franz Bek. Dabei seien vor wenigen Tagen die Wiesen noch grün gewesen.

Der Skilift Salzwinkel bei Römerstein-Zainingen hat am zweiten Weihnachtsfeiertag als einer der ersten auf der Alb seinen Betrieb aufgenommen. Angesichts des Winterwetters könnte es in dieser Saison gelingen, dass Jubiläums-Wochenende zum 50-jährigen Bestehen nachzuholen. Vergangenen Winter war es ins Wasser gefallen.

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