Region / STEFAN CZERNIN Eine deutliche Verbesserung für die Bürger und wirtschaftlich tragfähig: Zwei Planungsbüros stellen dem S-Bahn-Konzept gute Noten aus. Regionalverbandschef Riehte stellte die Ergebnisse im Kreistag vor.

"Ein Meilenstein auf dem Weg zu einer regionalen S-Bahn", so bezeichnete Landrat Erich Josef Geßner im Verkehrsaussschuss des Landkreises Neu-Ulm den Spatenstich für die Reaktivierung der Bahnlinie Weißenhorn - Senden am 15. Juni. Markus Riethe, Direktor des Regionalverbands Donau-Iller, war in die Sitzung ins Landratsamt gekommen, um über den aktuellen Planungsstand des kreisübergreifenden S-Bahn-Gesamtkonzepts zu informieren und die Ergebnisse einer Studie der Planungsbüros SMA und Partner (Zürich) und Intraplan Consult (München) vorzustellen.

Auf 74 Millionen Euro werden die Kosten für das Bahnkonzept veranschlagt, das kürzere Fahrzeiten, dichtere Takte und zusätzliche Haltepunkte verspricht. Darüber hinaus ist es - mit der Drehscheibe Ulm - länderübergreifend angelegt. 74 Millionen seien "nicht viel für eine so deutliche Verbesserung", sagte Riethe. "Das rechnet sich." Die Planungsbüros bescheinigten dem Vorhaben, das schrittweise umgesetzt wird, einen "wahnsinnig guten" Kosten-Nutzen-Faktor, so der Verbandschef. Um fast 20 Prozent wird die Zahl der Fahrgäste allein auf Grund des neuen Konzepts steigen, prognostizieren die Experten.

Um das Konzept umsetzen zu können, wird die Bahnstrecke zwischen der Finninger Straße in Neu-Ulm und dem Bahnhof Senden zweigleisig ausgebaut. Wann das sein wird, steht jedoch noch nicht fest. Voraussichtlich jedoch erst nach 2016/17. Bis dahin soll die Haltestelle in Gerlenhofen in die Ortsmitte verlegt werden. Zudem ist geplant, in Neu-Ulm eine neue Haltestelle im Industriegebiet einzurichtren und den Halt in Burlafingen zu reaktivieren.

Auch Senden profitiere von einer "Angebotsverdichtung", berichtete Riethe. Was Bürgermeister Kurt Baiker (FW) freute: Er begrüße, dass die Wünsche der Stadt Senden in dem Konzept berücksichtigt wurden. Insbesondere der umstrittene Halt Senden-Nord (siehe Infokasten). Ob er schon etwas über eine künftige Elektrifizierung der Bahnstrecken sagen könne, fragte Baiker Landrat Geßner. Der wollte sich in diesem Punkt allerdings nicht festlegen. Eine Lehre aus der oft angekündigten - und bis heute immer wieder verschobenen - Elektrifizierung der Südbahn.

Regionales S-Bahn-Konzept sieht Halt Senden-Nord vor