Natur „Bäume sind Zeitzeugen“

Buchautor und Naturliebhaber: Wilhelm Keck.
Buchautor und Naturliebhaber: Wilhelm Keck. © Foto: Sonja Fiedler
Sonja Fiedler 15.09.2018

Bäume sind Zeitzeugen.“ Davon ist Wilhelm Keck überzeugt. Vor zwei Jahren hat er gemeinsam mit seiner Enkelin Helen eine Broschüre mit Fotos erhaltenswerter und ortsbildprägender Bäume von Setzingen erstellt. Später wurde daraus gar ein gebundenes, aufwendiger gestaltetes Buch. „Davon habe ich viele verschenkt“, sagt der Altbürgermeister. Immer wieder blättere er gerne in den vielfältigen Abbildungen des Setzinger Baumbestands. „Ich freue mich über jedes Bild.“

Wenn er sich im Ort umsehe, stelle er fest, dass die Natur stets im Wandel ist. Zwei Nussbäume in der Ofenplatte hätten in diesem Jahr zum ersten Mal getragen, sagt er. „Das hat mich sehr gefreut.“ Habe er doch damals in seiner Broschüre über die Nussbäume geschrieben, dass „krumme Bäume so viel Frucht tragen wie gerade Bäume“.

Eine der beiden Kugelakazien vor der Kirche, die 1997 nach der Sanierung der Kirchstraße gepflanzt wurden, sei wohl erkrankt, sagt Keck. „Vielleicht muss die gefällt werden.“ Gut erinnert er sich, wie 1988 die Linde am Krautgartenberg gepflanzt wurde. „Ich weiß noch genau, es war der 1. Mai.“ Damals hatte ein Blitzeinschlag den Vorgängerbaum zerstört. „Jetzt ist der neue Baum von damals auch schon sehr groß.“ Er halte es für wichtig, diese Erinnerungen schriftlich festzuhalten und zu dokumentieren, sagt Keck. „Sonst weiß das irgendwann alles keiner mehr.“ Der Gemeinde Setzingen, die wie alle Gemeinden ein Baum-Kataster erstellen musste, dienten Kecks Ausarbeitungen als Grundlage.

Bäume fotografiert der heute 83-Jährige keine mehr, doch aktuell dokumentiert er die Entwicklung in der Natur am Fuße des Setzinger Klärwerks. Hier haben sich in den vergangenen Jahren Biber angesiedelt und ihre Dämme gebaut, auch viele Bäume beschädigt.

Die Gemeinde versuche, mit dem Biber zurecht zu kommen, habe eine Leitung „von der Kläranlage um den Biber herum“ errichtet. Schon in seiner Baum-Dokumentation hatte Keck mit Blick auf die Bäume an der Lone geschrieben: „Übers Wald­sterben machte man sich einst Sorgen, heute darf der Biber dieses ungestraft besorgen.“

Mit dem Rad ist Keck viel rund um Setzingen unterwegs, macht dabei viele Entdeckungen – und immer wieder Fotos. „So bleibe ich auch in Bewegung“, sagt er.

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