Erbach "Alb-Bahnhof nicht auf Kosten von Erbach"

Erbach / FRANZ GLOGGER 23.03.2016
Der Bahnhof "Laichinger Alb" dürfe nicht zu Lasten von Erbach gehen, forderte der Gemeinderat. Schnelle Züge müssten dort trotzdem halten.

Seit Jahren bekommt Erbach seitens der Deutschen Bahn zu hören, dass der eng gestrickte Fahrplan die benötigten Minuten für einen Halt schneller Züge in der Donaugemeinde nicht hergibt. Für den geplanten neuen Halt Bahnhof "Laichinger Alb" wird das zusätzliche Zeitfenster zwangsläufig eingerichtet. "Es verwundert schon, dass es bei uns nie möglich war, woanders aber funktioniert", murrte Bürgermeister Achim Gaus am Montag in der Sitzung des Gemeinderats.

Die benötigten Minuten für einen Halt am Alb-Bahnhof möchte die Bahn auf Kosten anderer Strecken aus dem Hut zaubern - unter anderem im Bereich der Südbahn. Das sei einem Pressebericht zu entnehmen, auf den sich der Bürgermeister beruft. Erbach wolle auf keinen Fall der Alb den neuen Bahnhof absprechen, betonte Gaus. Doch dieser dürfe eine bessere Andienung von schnelleren Verbindungen nicht beeinträchtigen, die mit der Elektrifizierung erwartet werden. Ein Ausbau dürfe nicht auf Kosten "sehr gut frequentierter Bahnhöfe gehen, weder durch Verschlechterungen im Angebot, noch durch Einschränkungen der erwarteten künftigen Verbesserungen durch die Elektrifizierung der Südbahn", fordert er in einer dem Gremium vorgelegten Resolution.

Vom Gemeinderat gab es dafür geschlossen Zustimmung. "Gut, dass wir das nicht hinnehmen", sagte Helmut Braun (Freie Wähler). Erbach dürfe nicht als Verlierer dastehen. "Unser Bahnhof funktioniert schon gut. Mit weiteren attraktiven Angeboten würde sich die Sogwirkung auf das Umland noch verstärken", sagte Braun. Ebenso einig waren sich die Räte darin, den Alb-Bahnhof zu befürworten. "Wir wollen nicht gegeneinander antreten, sondern partnerschaftlich für beide Standorte das Beste erreichen", sagte Ulrich Eberle (Freie Wähler). Maria Magdalena Ochs (SPD) stellte die Philosophie der Bahn grundsätzlich in Frage. Anstatt immer mehr Zughalte in ein überlastetes System "zu schieben", müsste dieses von Grund auf überarbeitet werden.