Die Kandidaten Steffen Buse, Markus Häußler, Sascha Vespermann und Giuseppe Lapomarda haben sich am Freitagabend gut drei Stunden lang als Bürgermeisterkandidaten für die Wahl in Illerkirchberg am Sonntag, 12. Juli, präsentiert. Gut 150 Zuhörer hatten sich vorab für die Veranstaltung angemeldet, die am Samstagabend in der Sporthalle in Illerkirchberg für weitere 150 angemeldete Zuhörer wiederholt wird. Kandidat Samuel Speitelsbach war nicht erschienen.
Jeder der vier Kandidaten erhielt zehn Minuten Zeit, um sich vorzustellen, anschließend konnten Zuhörer Fragen stellen. So hatte das der Gemeindewahlausschuss unter Vorsitz von Bürgermeister Anton Bertele – er kandidiert nach zwei Amtszeiten nicht mehr – für die Vorstellung festgelegt.

Buse: Ein das-ist-halt-so darf es nie geben

Ein Besucher wollte nach der Vorstellung von Kandidat Steffen Buse (49) wissen, wie dieser sein Netzwerk aus seiner Tätigkeit beim Finanzministerium Baden-Württemberg einbringen könnte? Da bezog sich der Diplom-Finanzwirt auf persönliche Kontakte zu den Haushaltspolitischen-Sprechern der Landtagsfraktionen, will bei denen künftig mit den den Nachbarkommunen vorstellig werden, um Zuschüsse und Fördergelder zu erlangen.

Illerkirchberg

Zu seiner Bewerbung sagte Buse: „Ich stehe für ein neues Miteinander, für gegenseitiges Vertrauen.“ Das Argument das-ist-halt-so darf es aus seiner Sicht für einen Bürgermeister nicht geben. Eine lebendige Ortsgemeinschaft – vorgebracht von einem Zuhörer als Frage – will er über Bürgerbeteiligung ermöglichen, stellt sich dazu auch Gastronomie wie ein Eiscafé vor.

Häußler: Unvoreingenommenen Blick auf Illerkirchberg

Kandidat Markus Häußler, 34 Jahre alt und Diplom-Verwaltungswirt, sagte in seiner Vorstellung, dass für ihn der Mensch im Mittelpunkt bei der Verwaltungsarbeit steht. Von seinem Wohnort Gögglingen aus will der Leiter des Fachdienstes Verkehr und Mobilität im Landratsamt Alb-Donau einen „unvoreingenommenen Blick“ haben und ohne Vorurteil wegen der Wirrungen der vergangenen Jahre als Bürgermeister starten.
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Illerkirchberg

Auf die Frage einer Zuhörerin, ob das Amts des Bürgermeisters für Häußler ein Karrieresprung sei, antwortete der, dass er seinen Job gerne mache, das Rathaus aber ein „breiteren Gestaltungsspielraum“ bietet. Eine lebendige Ortsgemeinschaft will Häußler unter anderem über einen Runden Tisch für die Jugend und Einbeziehung der Bürgerschaft erreichen.

Vespermann: Bürgergespräche als Kundengespräche

Kandidat Sascha Vespermann führte auf, was ein Bürgermeister alles sein muss – unter anderem ein „guter Rhetoriker“. Der 30-Jährige mit absolviertem Studium des Informationsmanagements will Verwaltungserfahrung aus der Privatwirtschaft mitbringen – zuletzt war er bei einem Münchner Gerätehersteller tätig –, und sieht „Bürgergespräche als Kundengespräche“. Als Bürgermeister stehe er für einen respektvollen Umgang im Gemeinderat.
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Illerkirchberg

Dass Verspermann die Zuhörer als Illerkirchberger begrüßte, kommentierte ein Zuhörer damit, dass es die nur auf Papier gebe. Vespermann entgegnete, dass er Ober- und Unterkirchberg zusammenbringen will. Eine lebendigen Ortsgemeinschaft könnte für den 30-Jährigen etwa mit einem Jugendrat und verschiedenen Veranstaltungen erreicht werden.

Lapomarda: Mit dem Gemeinderat auf Augenhöhe arbeiten

Gut bekannt in der Gemeinde ist Kandidat Giuseppe Lapomarda. So sehr, dass bei dem 58-Jährigen keine Fragen zur Person aufkamen. Als Bürgermeister Bertele die fünf Minuten nicht abbrechen wollte und fragend ins Publikum blickte, rief eine Frau: „Wir kennen ihn halt.“ Lapomarda, 58-Jahre alt, ist in der Gemeinde geboren. „Illerkirchberg liegt mir am Herzen.“ Als er den erkrankten Bürgermeister lange Zeit vertreten musste, hat die Arbeit sein Interesse geweckt. Er will mit dem Gemeinderat auf Augenhöhe arbeiten.
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Illerkirchberg

Eine Zuhörerin lobte Lapomarda für sein Engagement als Gemeinderat, fürchtet aber, dass im Falle seiner Wahl in acht Jahren wieder ein neuer Bürgermeister gesucht werden müsse. Der 58-Jährige entgegnete, dass auch ein jüngerer Kandidat abspringen könnte. Zur Frage nach der lebendigen Ortsgemeinschaft schlug er vor, die Kulturringsitzung wieder einzuberufen. „Die Ortsgemeinschaft funktioniert hier ganz gut.“